Vancouver (dpa) - Die Szenen, die sich nach dem Sieg Ägyptens in der riesigen Fußball-Halle von Vancouver abspielten, sahen aus wie bei einer Titelfeier. Die Profis um Mohamed Salah hüpften nach dem 3:1 (0:1) gegen Außenseiter Neuseeland euphorisch über den Rasen und schwenkten stolz die Fahne des siebenmaligen Afrika-Meisters. Die Freude hatte einen Grund: 92 Jahre nach dem Debüt 1934 hat Ägypten erstmals ein Spiel bei einer WM gewonnen.Im Mittelpunkt stand natürlich Nationalheld Salah, der das Comeback mit einem Tor und einem Assist anführte. „Es ist unglaublich. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es ist eine großartige Leistung für das gesamte Team“, sagte der 34-Jährige, der den FC Liverpool in diesem Sommer nach neun Spielzeiten verlassen wird. Neben Salah trafen auch Mostafa Ziko und der eingewechselte Trézéguet.Trainer voller Pathos: „Liebe alle Ägypter“Mit vier Punkten hat Ägypten beste Chancen, nicht nur das fast schon sichere Ticket fürs Sechzehntelfinale zu lösen, sondern auch die Gruppe zu gewinnen und damit die höher gehandelten Belgier hinter sich zu lassen. In der Nacht zum Samstag (5.00 Uhr/MESZ) geht es im Gruppenfinale gegen den Iran. Belgien spielt gleichzeitig gegen Neuseeland. Als Trainer Hossam Hassan das Podium betrat, fingen die heimischen Journalisten geschlossen an zu klatschen. „Ich will allen Ägyptern sagen, dass ich sie liebe. Wir haben so hart gearbeitet, um Euch glücklich zu machen“, sagte Hassan bei der Pressekonferenz, ehe ihm überhaupt die erste Frage gestellt werden konnte. „Ihr habt nur das Beste verdient.“Salah (r) und Ziko schossen jeweils ein Tor. Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpaSalah: „Hoffentlich Geschichte schreiben“Salah, der schon 2018 dabei war und damals seine ersten zwei WM-Tore erzielte, wirkte gelöst. „Hoffentlich können wir als Team so weitermachen, Geschichte schreiben und uns qualifizieren – und in einigen Jahren wird man sich daran als eine der größten Leistungen in der Geschichte des ägyptischen Fußballs erinnern“, sagte Salah.Ägypten hat zwar insgesamt sieben Titel beim Afrika-Cup geholt, darunter zwischen 2006 und 2010 auch drei in Serie. Doch bei der WM wollte es nie laufen. 1934 war nach einer Niederlage Schluss. Im Jahr 1990 reichten zwei Remis und eine Niederlage nicht zum Weiterkommen. In Russland vor acht Jahren setzte es gar drei Pleiten. Nun - FIFA-Angaben zufolge 33.628 Tage nach dem ersten Auftritt - gelang der ersehnte Premierenerfolg.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.© dpa-infocom, dpa:260622-930-260374/2