Es sollte eine wunderbare Kreuzfahrt werden – stattdessen wurde der Urlaub zu einem tödlichen Trip: Am 11. April 2026 verstarb ein Passagier an Bord, seine Frau starb zwei Wochen später in einem Krankenhaus in Johannesburg. Am 2. Mai starb eine deutsche Passagierin noch an Bord.Auf dem Schiff, das von Ushuaia, der südlichsten Stadt in Argentinien, mit Kurs Tristan da Cunha ausgelaufen war, hatte sich eine Hantavirus-Epidemie ausgebreitet. Nach Bekanntwerden durfte das Schiff nicht mehr in einigen Häfen anlegen. Vorher hatten allerdings bereits 30 Passagiere an verschiedenen Häfen das Schiff verlassen, ohne dass jemand wusste, dass das Virus an Bord kursiert. Die Passagiere, die sich bis zum Schluss noch auf dem Schiff befanden, wurden schließlich unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen auf Teneriffa evakuiert und in ihre Heimatländer geflogen.Ein Problem bei diesem Ausbruch war, dass Hantaviren eine sehr lange Inkubationszeit haben und die evakuierten Passagiere somit lange Zeit in häuslicher Quarantäne zubringen mussten und aufmerksam potentielle Erkrankungssymptome beobachten mussten.Nun hat die Weltgesundheitsbehörde WHO nach fast drei Monaten mitgeteilt, dass sie davon ausgeht, dass es zu keinen weiteren Erkrankungen gekommen ist und nicht erwartet wird, dass sich weitere Menschen anstecken können. Der Ausbruch ist damit zu Ende. Hier eine Bilanz.Es ist der fünfte bekannte Ausbruch des Hantavirus vom Andes-Stamm (ANDV). Insgesamt erkrankten 13 Menschen, bei zwölf von ihnen wurde das Virus im Labor nachgewiesen, bei einem ist eine Infektion sehr wahrscheinlich gewesen. Drei der 13 Passagiere starben – der Indexpatient, seine Frau und eine weitere Person. Die Fallsterblichkeit betrug demnach 23 Prozent.Alle bis auf den ersten Patienten hatten sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes angesteckt. Zehn Patienten wurden in Krankenhäusern behandelt, acht sind mittlerweile symptom- und virusfrei. Zwei erhalten noch medizinische Behandlung. Die 42-tägige Inkubationszeit ist bei allen identifizierten Kontaktpersonen mittlerweile abgelaufen.Bisher ist nicht klar, wo sich die erste Ansteckung ereignet hat. Möglicherweise hat der Indexpatient, ein Ornithologe aus den Niederlanden, sich in Argentinien angesteckt. Er und seine später in Johannesburg ebenfalls am Virus gestorbene Frau hatten in der Nähe einer Müllhalde bei Ushuaia Vögel beobachtet. Auf der Halde könnte es Nagetiere geben, die das Virus in sich tragen. Sie scheiden Viren über Kot und Urin aus, die dann über Verunreinigungen oder durch das Einatmen von infektiösen Partikeln auf den Menschen übertragen werden können. Bislang ist aber nicht eindeutig bewiesen, dass dieser Infektionsweg tatsächlich stattgefunden hat.Die WHO hat das Infektionsgeschehen an Bord analysiert. Demnach haben sich mehr Männer als Frauen infiziert. Viele Patienten waren mehr als 60 Jahre alt – allerdings mag dies auch an dem Alter der Schiffspassagiere liegen.Die Kontaktnachverfolgung hatte ergeben, dass insgesamt Menschen in 33 Ländern und Überseeregionen betroffen waren. Bis zum 2. Juli hatten 317 Hochrisikokontakte ihre 42-Tage-Quarantäne beendet. 336 Niedrigrisikokontakte hatten ihre Selbstbeobachtungszeit ebenfalls hinter sich gebracht.Da sich ausschließlich Passagiere des Schiffs angesteckt haben – aber niemand, der beispielsweise im Flugzeug mit infizierten Menschen geflogen ist, geht die WHO davon aus, dass das Virus nicht außergewöhnlich leicht über die Luft übertragen wird (anders als etwa Masern oder Windpocken). Die Infektionen erfolgten wohl über direkten Körperkontakt oder Kontakt mit kontaminierten Oberflächen.Die Lehren aus dem Ausbruch? Das Hantavirus vom Andes-Stamm ist in Argentinien und Chile endemisch, es wurde aber auch vereinzelt in Brasilien, Uruguay und Paraguay gefunden. Diese Länder sollten, so die WHO, möglichst darauf hinarbeiten, Infektionsmöglichkeiten mit Menschen zu reduzieren. Und bei möglichen Infektionen aus den Erkenntnissen zum Management des Hondius-Ausbruchs zu lernen.
Kreuzfahrtschiff: Die Lehren aus dem Hantavirus-Ausbruch auf der Hondius
Der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius sorgte für weltweite Aufmerksamkeit. Nun gibt es eine Bilanz.








