Die Debatte um Dieter Nuhr und seine Femizid-Aussage in seinem Kabarettprogramm, ausgetrahlt vom rbb, will nicht abebben. Doch nun bekommt der Fernsehmann überraschend Unterstützung vom ausstrahlenden Sender seiner ARD-Show „Nuhr im Ersten XXL“. Laut Tagesspiegel wird es für den streitbaren Humorbauftragten „keine Konsequenzen geben“ , wie Intendantin Ulrike Demmer am Donnerstag in der Sitzung des RBB-Rundfunkrats erklärte.
Mehr als 250 formale Programmbeschwerden
Auslöser der Debatte war eine Passage aus der Sendung vom 18. Juni. Dort hatte Nuhr die Statistiken über Femizide in Deutschland kommentiert und gesagt, dass „die Wahrscheinlichkeit, bei 300 bis 350 Femiziden pro Jahr auf einen Frauenmörder zu treffen praktisch null“ sei. Er empfahl Frauen: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt“. Die Resonanz kam prompt: Innerhalb weniger Tage entwickelte sich heftiger Protest auf den sozialen Netzwerken, begleitet von massiver Kritik aus feministischen Kreisen, von Medienschaffenden und auch aus dem eigenen Senderumfeld. Mehr als 250 formale Programmbeschwerden sollen beim beim rbb eingegangen sein.
Besonders brisant wurde die Angelegenheit, als ausgerechnet Knut Elstermann erklärte, er schäme sich als freier Mitarbeiter des Senders für diesen Auftritt. Nuhr selbst widersprach ausführlich auf seinem Facebook-Account: „Kein Witz über Femizide, nirgends. Habe ich noch nie gemacht. Werde ich nicht tun. Der Vorwurf ist lächerlich. Interneterregung wird zur Volksmeinung umgedeutet. So ist es üblich in diesen Tagen.“ Entsprechend gespannt wurde in dieser Woche die Sitzung des Rundfunkrats verfolgt. Bereits im Vorfeld hatte es Berichte gegeben, dass die die Sitzung generell die Frage diskutieren solle, was an Satire im ÖRR legitim ist und wo die Verantwortung der Institution beginne.














