In der Demokratischen Republik Kongo haben die ersten klinischen Tests für Medikamente gegen das derzeit grassierende Ebola-Virus begonnen. Es werde geprüft, ob zwei antivirale Therapien die Überlebenschancen von infizierten Patienten verbessern könnten und ob eine Kombination der Wirkstoffe sinnvoll sei, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dieser Woche in Genf mit. Die Studie wird vom Nationalen Biomedizinischen Institut in Kinshasa, dem Institut für Tropenmedizin in Belgien und der britischen Universität Oxford koordiniert.Seit Beginn des Ausbruchs im Osten Kongos haben sich nach WHO-Angaben mehr als 1400 Personen infiziert, fast 210 sind genesen und knapp 440 sind an der Krankheit gestorben. Es handelt sich um den seltenen Virusstrang Bundibugyo, gegen den es bisher keine Impfstoffe und Medikamente gibt. Etliche Patienten hätten eine Infektion überlebt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Aber wir könnten viel mehr Leben retten, wenn wir verlässliche und zugelassene Therapien hätten.“Etwa 1000 Teilnehmer sind für die Studie nötigDie Studie soll in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, beginnen, wo die ersten Ebola-Infizierten bestätigt wurden. Nach WHO-Schätzungen sind etwa 1000 Teilnehmer für die Studie nötig, um aussagekräftige Resultate zu erreichen. Die Kapazitäten in Krankenhäusern und Gesundheitszentren in Kongo haben sich demnach verbessert. In den drei betroffenen Provinzen gebe es jetzt neun Labore, die mehr als 2000 Tests am Tag ausführen könnten. Anfangs mussten alle Proben in die Hauptstadt Kinshasa geflogen werden.Schwierig sei aber weiterhin die Verfolgung der Kontaktketten, es gebe noch nicht genügend Plätze in Behandlungs- und Isolationszentren. Auch die sichere und würdige Bestattung von Ebola-Opfern stelle eine Herausforderung dar. Auf Trauerfeiern, bei denen traditionell viele Personen den Verstorbenen nahe kommen, verbreitet sich das Virus schnell weiter. Die Gesundheitsagentur der Afrikanischen Union, das Africa-CDC, rief in dieser Woche Geldgeber dazu auf, die klinischen Tests zu unterstützen. 18 Millionen Dollar seien noch dringend nötig.
Gegen das Ebola-Virus: Erste klinische Tests für neue Therapien beginnen in Kongo
Eine seltene Variante des Ebola-Virus verbreitet sich schnell in Ostkongo. Jetzt werden zwei antivirale Therapien in den besonders betroffenen Regionen an Menschen getestet.








