Ähnlich wertvoll wie Autoren, die selbst gute Sätze schreiben, sind solche, die sie bei anderen erkennen. Deborah Levy beherrscht beides, sie schreibt und sammelt die großen, schönen, dichten Sätze, die sich doch leicht wie Seide auf die 128 Seiten ihres neuen Werks legen mit dem fast Woody-Allen-haften Titel Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein. »Gertrude Stein wollte das 19. Jahrhundert töten. Das 21. Jahrhundert scheint sich selbst zu töten.« So eine literaturhistorische Meditation ist im Roman auch mal ein ganzes Kapitel lang, weil manche Sätze wie Gemälde Raum und Licht brauchen. Levy spielt mit dem Genre, klug schmiegen sich Großgedanken an biografisches Erzählen, Literaturtheorie an Zigaretten, die Künstlerinnen im Paris des Jahres 2024 aus ihren Gürteln ziehen.
»Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein« von Deborah Levy: Pfirsichbrandy ist die Lösung für alles
In Deborah Levys Buch dreht sich alles um Freundschaft unter Frauen, Katzen und Zigaretten. Was will man mehr an langen, dösigen Sommerabenden?







