Am kommenden Wochenende hält die AfD ihren Bundesparteitag in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt ab, im Bundesland des dortien AfD-Chefs Björn Höcke also, und das auch noch an einem ganz speziellen Datum. Denn genau 100 Jahre früher, am 4. Juli 1926, fand ebenfalls in Thüringen ein Parteitag der NSDAP statt. Zufall? Natürlich Zufall, heißt es aus der AfD. Dennis Baum sieht es so: Nicht alles, was angeblich Zufall sein soll, sei deshalb keine Schande, sagt er. „Das bedarf des Widerspruchs“.Dennis Baum ist die Hauptfigur einer Reportage von Iris Mayer, unserer Korrespondentin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, und von Boris Herrmann, unserem Korrespondenten in New York. Der 81-Jährige Baum wird am Wochenende aus den USA nach Erfurt reisen und eine Rede halten, auf einer Kundgebung gegen den AfD-Parteitag. Er will sprechen, weil er das Erbe seiner Familie von der in Teilen rechtsextremen AfD instrumentalisiert sieht: Baum ist Nachfahre der jüdischen Familie Simson, auf deren Firma Mopeds wie die Schwalbe, Star, Sperber oder später S50 und S51 zurückgehen. Und diese Mopeds hat auch Björn Höcke für sich entdeckt, um ein ostdeutsches Lebensgefühl zu inszenieren.Worum es beim Parteitag der AfD inhaltlich gehen soll, welche Personen sich für Führungsaufgaben in Stellung bringen, wie kontrovers der Parteitag voraussichtlich wird, welche Rolle Björn Höcke an diesem Wochenende in Erfurt spielt und wer außer Dennis Baum bei der Gegendemonstration auftreten soll, all das beantwortet Tim Frehler.Thüringens AfD-Chef spielt auch in dieser Geschichte über Hans-Jörg Jenewein, dem Pressesprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, eine tragende Rolle. Jenewein ist ein Mann mit Vergangenheit, für den sich auch die Sicherheitsbehörden interessieren. Er war Politiker der extrem rechten FPÖ in Österreich, galt als Vertrauter von FPÖ-Parteichef Herbert Kickl. In seinem Wechsel nach Thüringen sehen Beobachter ein Indiz dafür, dass die AfD von der FPÖ einiges lernen will.Übrigens: Matthias Helferich, der sich einmal als das „freundliche Gesicht des NS“ bezeichnete, wird nicht aus der Partei ausgeschlossen. Die Entscheidung des Bundesschiedsgerichts der Partei wurde am Donnerstag kurz vor dem Parteitag bekannt.Was heute wichtig istKompromiss-Reformpaket: Für Einigkeit ist fast kein Preis zu hoch. Wichtiger als die einzelnen Beschlüsse ist für die Regierung, dass sie mit dem Reformpaket Handlungsfähigkeit gezeigt haben. Es gebe aber keinen „großen Big Bang, der alles löst“, sagte Bundeskanzler Merz. Auf massive Änderungen im Arbeitsrecht, wie die Union sie wollte, oder eine Vermögensabgabe, wie die SPD sie gefordert hat, konnte sich die Koalition nicht einigen. Zum ArtikelChefin der Bundesagentur für Arbeit Andrea Nahles: „Das könnte echt ein großer Wurf werden für den deutschen Arbeitsmarkt“Merz bei Illner: Der Kanzler bleibt defensivKrankschreibung: Schärfere Regeln, offene WirkungMEINUNG Krankschreibung: Diese Regierung hält kranke Menschen für verdächtigWorum es beim AfD-Parteitag geht. Die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla müssen sich wiederwählen lassen, als Stellvertreter bringt sich ein Höcke-Vertrauter in Stellung. Zudem will eine Gruppe ihre Regeln zur Aufnahme in die Partei überarbeiten – und weg von Unvereinbarkeitslisten aufgrund extremistischer Haltungen. Erfurt erwartet eine große Protestwelle. Zum ArtikelRechtsextremismus: Matthias Helferich darf in der AfD bleibenEXKLUSIV AfD: Warum Björn Höckes Sprecher Sicherheitsbehörden alarmiertEXKLUSIV BND und Verfassungsschutz: Geheimdienste sollen auch sabotieren und zurückschlagen. Deutschlands Agenten dürfen nach einem Plan des Bundesinnenministeriums künftig aktiv gegen Widersacher im In- und Ausland vorgehen. Es wäre eine Zeitenwende. Denn Deutschlands Nachrichtendienste haben bislang weniger Befugnisse als in fast allen anderen Ländern. Zum ArtikelTrump bezeichnet Deutschlands Nato-Ausgaben als „lächerlich“. Die Bundesrepublik gebe viel weniger Geld fürs Militär aus als andere europäische Länder, behauptet der US-Präsident kurz vor dem wichtigen Nato-Gipfel. Wie er zu dieser Auffassung kommt, ist unklar. Denn wie aus dem Nato-Jahresbericht hervorgeht, lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei. . Zum Liveblog zur US-PolitikMEINUNG Nato: Europa muss sich selbst verteidigen können – und das schnellWeitere wichtige ThemenNaturkatastrophe: Fast 2600 Tote nach Erdbeben in VenezuelaSwift gegen Trump: Warum Swift ihre Hochzeit am 4. Juli plantFußball-WM 2026Portugal gewinnt: Der Chip im Ball wirft Kroatien aus der WM. Es ist das unglaubliche Ende eines verrückten Spiels: Kroatien gelingt in der 103. Minute scheinbar der Ausgleich gegen Portugal – aber die Technik meldet sich. Luka Modrić ist raus, Ronaldo schießt ein Tor, auf das er sehr lange gewartet hat. Zum ArtikelSpanien bei der Fußball-WM: Keine Chance für Spielverderber. Spanien lässt sich von der Taktik der Österreicher, die vor allem dem Gegner die Freude am Fußball nehmen wollen, nicht beirren und zieht durch einen 3:0-Sieg ins Achtelfinale ein. Zum ArtikelInterview mit kapverdischem Nationalspieler: „Wenn du nur daran denkst, dass du gegen Messi spielst, verlierst du deinen Kopf“Liveblog zur Fußball-WM 2026: 44 Prozent laut Umfrage für ein Nagelsmann-AusMEINUNG Klopp als einziger Kandidat? Das wäre nicht schlauDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: Digitale Reformpläne. 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