Das Reformpaket der Koalition stößt auf teils heftige Kritik: Besonders die Steuerpläne und die Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag werden bemängelt. SPD-Chef Lars Klingbeil weicht erste Ankündigungen wieder auf.

02.07.2026, 21.52 Uhr

Markus Söder, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil bei der Vorstellung des Reformpakets der Bundesregierung

Das Reformpaket der Bundesregierung hat Kritik provoziert – vor allem an der angekündigten Einkommenssteuerreform. »Je tiefer man in die bislang bekannten Zahlen einsteigt, desto größer wird der Frust«, sagt der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel. Ein Großteil des angekündigten Entlastungsvolumens entfalle auf Maßnahmen, die ohnehin notwendig gewesen wären.

Auch die Opposition kritisiert die Pläne: »Es scheint, als bewerbe sich die Regierung bei der Entlastung unterer und mittlerer Einkommen um den Preis für die größte Mogelpackung des Jahres«, sagt Katharina Beck, finanzpolitische Sprecherin der Grünen, zur »Bild«-Zeitung. Millionen Bürger würden durch die parallele Anhebung der Rentenbeiträge sogar jeden Monat draufzahlen müssen. Gerade Menschen mit geringerem Einkommen würden Beck zufolge belastet. »Das ist wirklich ein Armutszeugnis für einen sozialdemokratischen Finanzminister, der offensichtlich Millionen Menschen im Niedriglohnsektor Unfug über vermeintliche Entlastungen erzählt.«