„Unruly. The Body in Punk“ ist eine exzellente Ausstellung über die Aktualität von Punk-Ästhetik. Gezeigt wird sie im Aros-Museum in Aarhus.

Zwei Fotos einer jungen Frau stechen sofort heraus: Um den Hals trägt sie eine feingliedrige Kette, deren lange Stachel nach außen und innen gerichtet sind. Zu sehen ist die dänische Künstlerin Nina Sten-Knudsen, die den Schmuck 1979 entworfen hat. Ihre Halskette sieht zerstörerisch aus und wirkt zugleich zart. Spitz, scharf und sinnlich matt-metallisch glänzend, dazu der leicht abwesende Blick. Anziehend und abstoßend. Dadurch wirkt die Künstlerin tough und zugleich verletzlich. Die Bilder sind Teil der Ausstellung „Unruly. The Body in Punk“ im Aros-Museum der dänischen Stadt Aarhus, zusammengestellt von der Berliner Kuratorin Marie Skov.

Nina Sten-Knudsen gehörte zwischen 1976 und 1982 den Künstlervereinigungen „De Unge Vilde“ und „King Kong“ in Kopenhagen an, Punk war die Hauptinspiration für ihr künstlerisches Werk, das den eigenen Körper und die ihn umgebende Stadt immer wieder thematisiert hat. „Zwei Herzen schlagen in der Brust von Punk“, schreibt Skov im Ausstellungskatalog. „Eines ist nihilistisch und das andere erfinderisch. Beide sind sie in ihrer Radikalität romantisch veranlagt.“