Männer missbrauchen die eigenen Partnerinnen und filmen das – nun hat ein internationales Ermittler-Team mehrere Dutzend solcher Täter festgenommenIn Chatgruppen geben Männer einander Tipps, welche Betäubungsmittel sie für sexuellen Missbrauch benutzen sollen. Die Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot.02.07.2026, 19.20 Uhr2 LeseminutenFranzösische Frauen demonstrierten während dem Prozess um Gisèle Pelicot. 2024 gegen sexuelle Gewalt.Abdul Saboor / REUTERS(dpa)/boh Internationale Ermittler sind nach einem Bericht von Europol erstmals gezielt gegen Online-Netzwerke von Männern vorgegangen, die ihre Partnerinnen betäuben, sexuell missbrauchen und dann Fotos von ihren Taten ins Internet stellen. 156 mutmassliche Opfer und Täter seien identifiziert worden, teilte Europol in Den Haag mit. An dem «Projekt Medusa» waren massgeblich das Bundeskriminalamt (BKA) und das Hamburger Landeskriminalamt beteiligt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Einsatz im Juni führte nach Angaben von Europol zu 274 neuen Spuren. Insgesamt waren neun Länder am Einsatz beteiligt. Deutsche und britische Behörden hatten die Leitung. Die europäische Polizeibehörde koordinierte den Einsatz. Einzelheiten über Täter oder Opfer, wie etwa Heimatländer, nannte Europol mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.Männer tauschen Videos und Tipps ausDie Täter sind nach Angaben von Europol vorwiegend Männer, die Aufnahmen davon wie sie betäubte Frauen sexuell missbrauchen, in frauenfeindlichen Gruppen auf Social Media teilten. In diesen Gruppen tauschten die Täter auch Erfahrungen und Tipps aus. Sie informierten einander etwa über die Wirksamkeit der Betäubungsmittel und wie man sich diese beschaffen kann. Im Zuge der jüngsten Operation waren vier neue solcher Netzwerke entdeckt worden.Die Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot. Sie war von ihrem damaligen Ehemann Dominique über knapp zehn Jahre immer wieder betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war.Kein EinzelfallDas «Projekt Medusa» war im April gestartet worden mit dem Ziel, die Online-Netzwerke hinter diesem Missbrauch zu zerschlagen. Seit April wurden laut Europol in den beteiligten Ländern 57 Männer festgenommen und 158 Opfer in Sicherheit gebracht. Im Juni hatte die niederländische Polizei nach Hinweisen ihrer britischen und deutschen Kollegen vier mutmassliche Täter festgenommen.Der Missbrauch findet nach Angaben des BKA oft im engen sozialen Umfeld statt und ziehe sich manchmal über Jahre hin, teilte das BKA mit. Manche der Videos würden neben Chatgruppen auch auf pornografischen Plattformen geteilt.Das BKA weist darauf hin, dass die Betäubung mit Medikamenten – oft gemischt mit Alkohol – für die Frauen lebensbedrohlich sein könne. Vielen Opfern sei der sexuelle Übergriff nicht bewusst. «Denn die zugeführten Betäubungs- und Schmerzmittel verhindern, dass sich die Opfer an die Tat erinnern können oder unmittelbar körperliche Folgen der Vergewaltigung spüren.»Passend zum Artikel
In Chatgruppen geben Männer einander Tipps, welche Betäubungsmittel sie für sexuellen Missbrauch benutzen sollen. Die Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot.
Männer missbrauchen die eigenen Partnerinnen und filmen das – nun hat ein internationales Ermittler-Team mehrere Dutzend solcher Täter festgenommen











