Raus – und das ganz ohne Applaus! Deutschland darf seit Montag nicht mehr mitspielen, aber die WM geht weiter. Bis zum Finaltag am 19. Juli bleiben für den weiteren Turnierverlauf eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man schaltet den Fernseher ab oder man sucht sich ein neues Lieblingsteam, dem man die Daumen drückt.Variante eins kann schnell zu den Akten gelegt werden, das mit dem neuen Lieblingsteam scheint irgendwie die bessere Option zu sein. Wer dafür aber wirklich taugt? Da ist man sich in der Redaktion der Berliner Zeitung nicht ganz einig. Hier kommen trotzdem ein paar Vorschläge.

Frankreich (Johann Caspar Nilius, Volontär)

Michael Olise, Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé – muss ich noch mehr sagen? Na gut, dann ausführlicher: Ich bin Fußballfan. Ich habe Spaß daran, gute Fußballer gut Fußball spielen zu sehen. Und wer spielt aktuell besser als Frankreich? Welche Nationalmannschaft hat überhaupt in diesem Jahrhundert mehr Spaß beim Zuschauen bereitet als dieses Starensemble? Gerade Olise, der eleganter mit dem Ball umgeht als alle anderen, und Kylian Mbappé, der bei der WM wieder mal zeigt, dass er der beste Spieler der Welt ist, harmonieren perfekt miteinander. Und ja, es mag langweilig sein, die Turnierfavoriten anzufeuern. Doch das, was Frankreich derzeit auf die Spielfelder zaubert, geht über den Sport hinaus, es ist Kunst. Sie verbindet Dynamik, Harmonie, Leidenschaft und Eleganz. Das Bild von Michael Olise, als er gegen Schweden zum Seitfallzieher abhob und in der Luft schwebte, bevor er den Pfosten traf, könnte zumindest bald an meiner Wand hängen.