Es gibt Automobile, die ihre Zeit spiegeln. Und es gibt Automobile, die ihre Zeit verändern. So wie es der Lamborghini Miura gemacht hat.Quelle: LamborghiniEr gilt als die Mutter aller Supersportwagen und ist nicht nur der bis heute leidenschaftlichste Lamborghini, sondern auch mit Abstand der schönste. Höchste Zeit also, den Stier zum 60. Geburtstag noch einmal aus dem Stall zu holen.SP-X/Sant'Agata Bolognese. Es gibt Automobile, die ihre Zeit spiegeln. Und es gibt Automobile, die ihre Zeit verändern. So wie es der Lamborghini Miura gemacht hat. Denn er ist nicht einfach auf den Markt gekommen und irgendwann wieder verschwunden. Als er im Frühjahr 1966 seinen Einstand auf dem Genfer Salon gab, hat er ein neues Zeitalter eingeläutet: Er hat definiert, wie ein Supersportwagen auszusehen, zu klingen und sich anzufühlen hatte. Kein Wunder, dass er bis heute unvergessen ist – obwohl keine 800 Exemplare davon gebaut wurden. Bei einer Ausfahrt zum 60. Geburtstag wirkt er deshalb nicht wie ein Veteran, selbst heute wirkt er wie ein Besucher aus einer Zukunft, die sich die sechziger Jahre kaum vorstellen konnten.

Dabei hat alles mit einer persönlichen Kränkung begonnen. Ferruccio Lamborghini war kein Rennfahrer und kein exzentrischer Aristokrat. Er war Unternehmer. Nach dem Krieg hatte er aus überschüssigem Militärmaterial Traktoren gebaut und damit ein florierendes Unternehmen geschaffen. Erfolg bedeutete für ihn Präzision, Funktion und Qualität. Weil er sich schnelle Autos leisten konnte, kaufte er Ferrari. Weil er Maschinen verstand, erkannte er aber auch deren Schwächen.