PfadnavigationHomePolitikAuslandNord-Stream-AnschlagAfD fordert Ende der Militärhilfen für die UkraineVeröffentlicht am 02.07.2026Lesedauer: 3 MinutenRussland hat die Ukraine mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Es soll der schwerste Angriff auf Kiew seit Kriegsbeginn gewesen sein. „Oft ist es so, dass es hier tagelang ruhig ist, und auf einmal geht es wieder los“, berichtet Christoph Wanner.Neue Erkenntnisse zur Nord-Stream-Sabotage verschärfen die politische Debatte in Deutschland. AfD-Chef Tino Chrupalla verlangt einen sofortigen Stopp aller Militärhilfen für Kiew – während Russland seine Angriffe auf die Ukraine weiter intensiviert.Tino Chrupalla, Bundessprecher der Alternative für Deutschland (AfD), fordert nach der Anklageerhebung gegen den Ukrainer Serhii K. wegen Mittäterschaft bei der Nordstream-Sprengung eine Einstellung der Ukraine-Hilfen: „Schon jetzt genügt die Evidenz, um jede Militärhilfe für die Ukraine einzustellen“, sagte Chrupalla.Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Pläne für die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Das geht aus Einzelheiten der Anklage gegen einen früheren ukrainischen Offizier hervor, welche die Karlsruher Behörde am Donnerstag veröffentlichte. Die Sabotageaktion sollte Gaslieferungen über die Pipelines demnach dauerhaft stoppen, damit Russland die Einnahmen nicht zur Finanzierung des Ukraine-Kriegs nutzen konnte.Lesen Sie auchBei den Anschlägen im September 2022 waren die Leitungen, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden waren, durch Sprengsätze schwerbeschädigt worden. Sie waren zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb. Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.Chrupalla bezeichnete den Angriff als einen „Anschlag auf die Lebensader der deutschen Industrie“. Dieser müsse „schonungslos und lückenlos aufgeklärt“ werden, forderte der AfD-Sprecher: „Dazu gehört in erster Linie, die Auftraggeber ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren.“ Auch vor der damaligen Führung der ukrainischen Armee und des ukrainischen Geheimdienstes dürfe „nicht Halt gemacht werden“, fuhr er fort: „Nur so erfahren wir, ob weitere Staaten in das mutmaßliche Kriegsverbrechen gegen Deutschland verwickelt sind.“Lesen Sie auchDie Aussagen Chrupallas fallen zusammen mit einer massiven Attacke Russlands gegen die Ukraine. Russland griff die ukrainische Hauptstadt in der Nacht elf Stunden lang mit Raketen und Drohnen an. Bis Donnerstagmorgen kamen mindestens 17 Menschen ums Leben und 86 weitere wurden verletzt, frühere Angaben lagen bei 13 Toten.Lesen Sie auchDas Auswärtige Amt verurteilte die Angriffe: „Menschen wurden im Schlaf getötet oder verletzt, Wohnhäuser zerstört und zivile Infrastruktur wie eine medizinische Einrichtung schwer beschädigt“, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Bilder aus der Nacht seien „erschütternd“ und zeigten einmal mehr: „Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort.“Kreml-Chef Wladimir Putin zeige keine Verhandlungsbereitschaft. „Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet“, sagte der Sprecher. Deswegen erhöhe Deutschland mit seinen Partnern den Druck auf Moskau. Auf dem Nato-Gipfel in Ankara in der kommenden Woche werde es auch um die Unterstützung für die Ukraine gehen.krö mit dpa