Heute ist kein Tag zum Nackigmachen am See in der Nähe von Leipzig. Es ist ein kühler Frühsommertag und der Wind treibt die Wellen auf dem kleinen Gewässer. Heidi Wittwer verbringt ihre Sommer am liebsten „ein bisschen ab vom Schuss“, wobei dies eine allzu nette Untertreibung ist. In einem großen Gartengrundstück am See steht hinter einer dichten Hecke eine Art Blockhaus.
In einem Interview von 1997 träumte sie einmal: „Mein Lebensziel ist ein Landsitz mit großem Park in der Nähe von Leipzig. Dort zieht meine Erotik-Schule ein und ich unterrichte, bis ich 80 bin.“ Naja, noch ist sie keine 80, auch erotischen Tanz unterrichtet sie nicht mehr. „Aber das mit dem Landsitz habe ich immer noch ganz fest im Auge“, sagt die 67-Jährige und lacht. Auch wenn sie derzeit „nur“ in einer kleinen Wohnung in Tanneberg logiert. „Ziele sollte man nie aufgeben und immer haben“, sagt sie. Einzig, das mit dem „naggsch machen“, wie es im sächsischen Dialekt heißt, ist nicht mehr drin. Professionell selbst ausgezogen hat sie sich das letzte Mal mit 48 Jahren.
An den Wänden in ihrem kleinen Garagen-Fotostudio hängen aber immer noch Requisiten für den professionellen Striptease und Fotos, die vor Erotik strotzen. Genau wie in ihrem Sommer-Blockhaus einige Bilder an ihre steile Nacktkarriere erinnern. Noch mehr von denen gibt es in den Fotoalben. Manche davon sind so, dass man beim ersten Blick kurz verschämt guckt, beim zweiten kurz schluckt und beim dritten anfängt zu schmunzeln. Denn dann schaut man nämlich auch einmal weiter nach oben und sieht neben der Nacktheit auch das Neckische in Heidis blauen Kulleraugen.








