Rekord-Wettbewerbsstrafe: EuGH bestätigt Milliardenbuße für GoogleGoogle muss nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs eine Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission in Rekordhöhe von 4,1 Milliarden Euro zahlen. Das Unternehmen habe Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu stärken, entschieden die Richterinnen und Richter in Luxemburg. OpenAI bietet US-Regierung Anteile anAls Reaktion auf wachsenden politischen Druck könnte OpenAI ​den USA einem Zeitungsbericht zufolge eine Beteiligung einräumen. Nach den Überlegungen des ChatGPT-Entwicklers ⁠solle der Staat auch bei Konkurrenten wie Anthropic jeweils fünf Prozent der Anteile erhalten, schrieb die „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider. ‌Es sei jedoch unklar, ob andere KI-Unternehmen einem solchen Vorschlag zustimmen würden. Weder OpenAI noch die US-Regierung waren für eine Stellungnahme zu erreichen.Dem OpenAI-Chef ‌Sam Altman schwebe ein ‌Staatsfonds nach dem Vorbild des Alaska Permanent Fund vor, schrieb die „FT“ weiter. Dieser speist sich aus Öleinnahmen und schüttet Dividenden an die Bewohner des US-Bundesstaats aus. Ein ​weiterer Teil der Einnahmen fließt in ⁠den dortigen Haushalt. Altman habe eine mögliche Staatsbeteiligung mit Trump, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent ​sowie dem demokratischen Senator Bernie Sanders erörtert.Im vergangenen Monat hatte US-Präsident Donald Trump eine Staatsbeteiligung ⁠an KI-Firmen angeregt, ‌damit US-Bürger von den erwarteten Gewinnen der Branche profitieren können. OpenAI-Rivale Anthropic brachte eine „digitale Dividende“ ins Gespräch. Diese Auszahlung an US-Bürger solle durch eine KI-Steuer finanziert werden. Bayer gründet Tochtergesellschaft für US-Glyphosat-GeschäftDer Pharma- und Agrarkonzern Bayer bündelt sein ​US-Geschäft mit dem weit verbreiteten und umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen ⁠Tochtergesellschaft. Die neue Gesellschaft werde den Namen Ruveon tragen, teilte der Leverkusener Konzern am Mittwoch mit. Ziel sei es, das Geschäft ‌optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten. Ruveon werde von St. Louis aus alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts verantworten, von der Preisgestaltung ‌bis zur Produktion, ‌bleibe jedoch Teil des Bayer-Konzerns.Die Ausgliederung ist Teil eines im vergangenen Jahr vorgestellten Fünfjahresprogramms für die Agrarsparte Crop Science. Als eigenständige Einheit könne Ruveon agiler ​handeln und damit besser auf ⁠die Wettbewerbsdynamik in dem von Nachahmerprodukten geprägten US-Markt reagieren, hieß es weiter. „Der heutige Schritt ist ​ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unseres Fünfjahresprogramms“, sagte Brian Naber, Leiter von ⁠Crop Science für ‌Nordamerika. „Mit dem Start von Ruveon bekräftigen wir unser Engagement im Glyphosatmarkt.“ Die neue Gesellschaft wird von Alfonso Alba Ordonez geleitet.Mathias PeerUmfrage unter Finanzvorständen: Firmen setzen auf Sparkurs und KIDie Finanzvorstände von Unternehmen in Deutschland setzen einer Umfrage zufolge angesichts angespannter wirtschaftlicher Lage vor allem auf Sparkurs und Künstliche Intelligenz. 68 Prozent der Finanzverantwortlichen konzentrieren sich auf Kosteneinsparungen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wie aus einer Umfrage der Beratungsfirma Deloitte hervorging. Die Integration von KI nennen 64 Prozent. Weitaus weniger setzen auf Innovationen (48 Prozent).Auch die Erschließung neuer Märkte oder Geschäftsfelder nehmen mit 40 Prozent beziehungsweise 28 Prozent deutlich weniger Unternehmen für die Wahrung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in den Blick, wie Deloitte mitteilte. Hingegen fokussieren sich 50 Prozent auf ihr Kerngeschäft.„Zahlreiche Unternehmen schalten in den Überlebensmodus“, erklärte Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch. „Dennoch dürfte die langfristige Wettbewerbsfähigkeit leiden, wenn Unternehmen in der geopolitisch schwierigen Lage nicht mehr in Resilienz investieren." Lena SpilgerDeutsch-französischer Rüstungskonzern KNDS verschiebt BörsengangDer deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht vorerst doch nicht an die Börse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen. Die Aktien des Herstellers des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 sollten im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platziert werden, wie das Unternehmen Ende Juni mitgeteilt hatte. Es hätte einer der größten europäischen Börsengängen im Verteidigungssektor der vergangenen Jahre werden können. Vorausgegangen war eine Einigung zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die künftige Eigentümerstruktur des Unternehmens. Danach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent an KNDS. Die verbleibenden 20 Prozent sollten im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden. KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann sowie des französischen Staates. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, Hauptsitz ist Amsterdam, die deutsche Zentrale sitzt in München.Haftstrafe wegen Betrugs mit Portal „Cleverbuy“Ein Bahnbeamter aus Hünxe betrieb im Nebenerwerb in Krefeld das Onlineportal Cleverbuy. Die Geschäftspraktiken des Portals haben ihm nun eine Gefängnisstrafe eingebracht. Das Amtsgericht Krefeld sprach ihn schuldig und verhängte wegen Betrugs zwei Jahre und acht Monate Haft gegen den Bahnbeamten. Eine mitangeklagte frühere Mitarbeiterin erhielt wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Nach Überzeugung des Gerichts kaufte das Unternehmen unter Leitung des 59-jährigen Firmengründers seit 2022 bundesweit Mobiltelefone, Tablets und andere Elektronik von Privatkunden an, zahlte aber vielfach gar nicht, stark verspätet oder nur teilweise. Zudem sollen gebrauchte Geräte mit gefälschten Siegeln und Verpackungen als neu oder fabrikneu verkauft worden sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren mehr als 1.300 Strafanzeigen von Privatkunden eingegangen. Der Schaden liege im sechsstelligen Bereich. Auch Konzerne wie Apple und Samsung hätten Strafanzeige erstattet. Der 59-Jährige hatte die Vorwürfe im Prozess eingeräumt. Nach dem Urteil dürften auf den Ex-Firmenchef auch beamtenrechtliche Konsequenzen zukommen. Das Ankaufportal hat der 59-Jährige aus Hünxe nur als Nebenerwerb betrieben. Im Hauptberuf war er beamteter Wagenmeister bei der Deutschen Bahn. Das Unternehmen hat den Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe mit halbierten Bezügen freigestellt. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, droht ihm der Verlust des Beamtenstatus und der Pensionsansprüche. (dpa/lnw) Sony stellt Produktion von Videospiele-Discs einSony trägt der ​rasant wachsenden Verbreitung von Online-Videospielen Rechnung. Ab ⁠2028 würden Programme für die Konsole PlayStation ausschließlich über das Internet vertrieben, teilte der japanische Unterhaltungskonzern ‌am Mittwoch mit. Die Produktion entsprechender Discs werde eingestellt. Im vergangenen Jahr hätten diese lediglich ‌20 Prozent ‌des Videospiele-Umsatzes ausgemacht. Bereits auf Discs veröffentlichte oder bis zum Stichtag für eine Verbreitung auf diesen ​Datenträgern vorgesehene Titel seien ⁠hiervon nicht betroffen.Sony kündigte zudem an, die Online-Stores für ​die Konsolen PlayStation 3 und PlayStation Vita bis ⁠2027 stufenweise abzuschalten. Die ‌bis zu 20 Jahre alten Geräte unterstützten die aktuellen Zahlungssysteme nicht. Bereits gekaufte ⁠Spiele blieben bis auf ⁠Weiteres zugänglich. Kunden könnten aber keine ⁠neuen Titel ​mehr ⁠erwerben. (Reuters)Volkswagen prüft offenbar Verkauf von Anteilen an FC Bayern und VfB StuttgartIm Rahmen seines Sparprogramms prüft der Autobauer Volkswagen einem Medienbericht zufolge den Verkauf seiner Anteile an den Fußballvereinen FC Bayern München und VfB Stuttgart. Das berichtete das Recherchenetzwerk Correctiv am Mittwoch unter Berufung auf Konzernkreise. Eine Entscheidung zu den Beteiligungen, die über die Konzerntöchter Audi und Porsche gehalten werden, sei aber bislang nicht gefallen.Nach Angaben aus Unternehmenskreisen solle geprüft werden, ob die Beteiligungen an den beiden Bundesligisten für die Werbewirkung des Konzerns weiterhin erforderlich seien, berichtete Correctiv. Audi hält demnach 8,3 Prozent an der FC Bayern München AG, Porsche war 2024 mit 10,4 Prozent bei der VfB Stuttgart 1893 AG eingestiegen. Unabhängig von einer möglichen Veräußerung bleiben beide Marken dem Bericht zufolge Sponsoren der Vereine. An anderen Fußball-Engagements wolle Volkswagen festhalten, berichtete Correctiv weiter. Dies betreffe insbesondere den VfL Wolfsburg, dessen Eigentümer der Konzern ist, sowie den FC Ingolstadt 04, an dem Audi beteiligt ist. Beide Standorte gelten als strategisch wichtig für den Konzern. Der Aufsichtsrat will demnach am 9. Juli über das Sparprogramm beraten. Volkswagen äußerte sich laut Correctiv nicht zu den möglichen Beteiligungsverkäufen. (AFP)Gericht verurteilt Google in Schweden zu MilliardenstrafeEin schwedisches ​Gericht hat den US-Internetkonzern Google ⁠zur Zahlung von rund 1,3 Milliarden Euro Schadenersatz an die Preisvergleichs-Firma Price Runner ‌verurteilt. Das zum schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna gehörende Unternehmen habe einen Schaden erlitten, ‌da ‌Google seinen eigenen Preisvergleichsdienst über viele Jahre hinweg unrechtmäßig bevorzugt habe, begründete ​das Stockholmer Patent- ⁠und Marktgericht am Mittwoch sein Urteil. Price Runner hatte Google im ​Jahr 2022 auf rund ⁠2,1 Milliarden Euro ‌verklagt. Der Vorwurf lautete, der US-Suchmaschinenbetreiber habe gegen Kartellrecht verstoßen, ⁠indem er Suchergebnisse ⁠zugunsten seiner eigenen Shopping-Dienste manipuliert ⁠habe. Berliner Sparkassen-Chef tritt nach 18 Jahren ab Die Berliner Sparkasse bekommt Mitte nächsten Jahres erstmals in ​ihrer 209-jährigen Geschichte eine Chefin. Vorständin Nancy Plaßmann soll am 1. Juli ⁠2027 die Nachfolge von Vorstandschef Johannes Evers übernehmen, wie die nach Kunden größte Sparkasse Deutschlands am Mittwoch mitteilte. Der 64-jährige Evers gilt als Sparkassen-Urgestein: Evers hat den Umbau des Instituts von der skandalträchtigen Bankgesellschaft Berlin über die ‌Landesbank Berlin zur einfachen ‌Sparkasse mitbegleitet. Die 47-jährige Plaßmann ist seit einem ⁠Jahr stellvertretende Vorstandsvorsitzende. (Reuters)Microsoft baut viertes Rechenzentrum in NRWDer amerikanische Softwarekonzern Microsoft möchte in Grevenbroich ein weiteres Rechenzentrum bauen und damit ein viertes im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Rheinischen Revier baut der US-Konzern schon Rechenzentren in Bergheim, Bedburg und Erftstadt und investiert dafür nach eigenen Angaben 3,2 Milliarden Euro. Zu der Investition in das vierte Rechenzentrum machte Microsoft am Mittwoch keine Angabe. Microsofts Deutschlandchefin Agnes Heftberger bezeichnete NRW als eine „strategisch wichtige Cloud- und KI-Region“. Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen (SPD) sagte: „Unsere Region befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, und Projekte wie dieses zeigen, dass hier neue digitale Infrastruktur, neue Chancen und neue Wertschöpfung entstehen können.“ Der Energiehunger und Wasserbedarf von Rechenzentren sorgt rund um die Welt aber auch immer für Proteste gegen geplante Ansiedlungen der Digitalkonzerne. Im Rheinischen Revier wird die Braunkohleverstromung bis zum Jahr 2030 beendet, noch betreibt RWE dort drei Kohlekraftwerke, eines davon in Grevenbroich. Fabian DrahmouneUSA heben Exportbeschränkungen für Anthropic-Modelle aufDie US-Regierung hat ihre Exportbeschränkungen für besonders leistungsstarke KI-Modelle des Anthropic-Konzerns aufgehoben. Der weltweite Zugang zu den Modellen Fable 5 und Mythos 5 solle deshalb wieder möglich gemacht werden, teilte das US-Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) mit. Zuvor hatten die US-Behörden den Zugang zu den KI-Modellen beschränkt und dies mit Gründen der „nationalen Sicherheit“ begründet.„Wir haben die Mitteilung erhalten, dass das Handelsministerium die Exportbeschränkungen für Fable 5 und Mythos 5 aufgehoben hat“, teilte Anthropic im Onlinedienst X mit. „Wir werden morgen damit beginnen, den Zugang wiederherzustellen.“Das Modell Mythos 5 kann Lücken in Cybersicherheitssystemen finden und ausnutzen, Experten zufolge mit bisher unerreichter Geschwindigkeit. Fable 5 ist eine abgespeckte Version davon.Die US-Behörden hatten mit Verweis auf Sicherheitsbedenken Mitte Juni ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die Modelle untersagt. Da Anthropic nach eigenen Angaben seine Nutzer nicht nach Nationalität unterscheiden kann, deaktivierte das Unternehmen beide Dienste komplett.Fabian DrahmouneNike sieht Verbraucher weltweit unter DruckDer Adidas-Rivale Nike sieht trotz eines Geschäfts-Schubs durch die Fußball-WM insgesamt eine trübe Stimmung am Sportartikel-Markt. „Unsere Kunden sind rund um die Welt unter Druck“ – und das bekomme man im Sportartikel-Geschäft zu spüren, sagte Finanzchef Matthew Friend in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Schon vor drei Monaten hatte Nike unter anderem Risiken durch den Irankrieg gesehen, der zu „ungeplanten Schwankungen“ im Verbraucherverhalten etwa durch steigende Ölpreise führen könne. Jetzt hieß es, Nike rechne für die nächsten sechs Monate nicht mit einer Verbesserung der Stimmung.Mit den Ergebnissen für das vergangene Quartal übertraf Nike größtenteils die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen – auch wenn es wieder einen Rückgang im wichtigen chinesischen Markt gab. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um rund drei Prozent. Nike-Chef Elliott Hill hob zugleich einen positiven Effekt der Fußball-WM hervor, die gerade unter anderem im Nike-Heimatmarkt USA ausgetragen wird. Schon zum Start des Turniers habe man zweieinhalbmal mehr Artikel von Nationalmannschaften verkauft als zum gleichen Zeitpunkt bei der vorherigen Weltmeisterschaft 2022, sagte er. Nike ist unter anderem Ausrüster der US-Nationalmannschaft – und löst im kommenden Jahr auch Adidas bei der DFB-Auswahl ab.Für die nächsten Monate stellte sich Nike auf Umsatzrückgänge ein. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um ein Prozent auf 10,97 Milliarden Dollar (9,6 Mrd Euro) – Analysten hatten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Unterm Strich sprang der Quartalsgewinn von 211 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 1,07 Milliarden Dollar hoch. Ein zentraler Grund dafür war allerdings der Anspruch auf die Rückzahlung von US-Importzöllen, nachdem Anordnungen von Präsident Donald Trump vom Obersten Gericht des Landes gekippt worden waren.Mit 4,83 Milliarden Dollar Umsatz in den USA lag Nike leicht unter den Markterwartungen, die Erlöse von rund 1,3 Milliarden Dollar in China waren dagegen höher als von Experten im Schnitt vorhergesagt.Baywa-Sanierung wird zur HängepartieDer Münchner Agrarkonzern BayWa bekommt von seinen Banken und Großaktionären mehr Zeit für seine Sanierung und verschafft sich finanziell neuen ⁠Spielraum. Der BayWa-Vorstand billigte am Dienstagabend ein mit den Banken und den beiden Großaktionären ausgehandeltes neues Sanierungskonzept. Das vor zwei Jahren knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammte Unternehmen bekommt danach bis Ende 2030 - zwei Jahre länger als bisher - Zeit, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen, wie die BayWa mitteilte. ‌Das bisherige Konzept war gescheitert, weil die Geschäfte der Wind- und Solarpark-Tochter BayWa r.e. schlechter laufen als geplant. Ihr Verkauf sollte eigentlich 1,7 Milliarden Euro zur Entschuldung beitragen. Stattdessen machen die Banken bei den Krediten Zugeständnisse und verlängern die Laufzeit bis 2030.Bedingung dafür ist aber, dass die ‌beiden Großaktionäre, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die österreichische Raiffeisen Agrar ‌Invest, ihre Anteile von zusammen 67,1 Prozent an einen Treuhänder abgeben. Sie bekommen sie nur dann zurück, wenn sie bei einer Kapitalerhöhung 2029 zusammen mindestens 220 Millionen Euro Eigenkapital nachschießen. Die Banken stellen im Gegenzug 700 Millionen Euro nachrangig. Weitere 900 Millionen bekommen die Gläubiger nur insoweit zurück, als der Verkauf der BayWa r.e. diese ​Summe einbringt. Die aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene Baywa ist für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im Süden und Osten Deutschlands wichtig: Das 1923 gegründete Unternehmen kauft einerseits die Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Saatgut, Dünger und Landmaschinen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software