Herr May, Sie sind Mitbegründer des Instituts für Kritische Männlichkeitsforschung. Allein am vergangenen Wochenende starben 26 Männer und Jungen in Deutschland bei Badeunfällen. Aber keine einzige Frau. Überrascht Sie das?Keineswegs, solche Unfälle passieren jedes Jahr. Mit der beschleunigten Klimakatastrophe werden diese Zahlen in den kommenden Jahren sicherlich noch steigen.Wie kommen Sie darauf? Wir leben in einer männlich dominierten Gesellschaft, in der Hitzetote und Klimanotstand oft verharmlost und geleugnet werden. Wie Befragungen und Studien zeigen, gilt es vielfach als unmännlich, sich damit zu beschäftigen, geschweige denn, sich selbstkritisch mit den Ursachen zu befassen. Das ist der sogenannte Eco-Gender-Gap. Badeunfälle von Männern in heißen Sommern sind dann oft eine tragische Konsequenz, wenn mehr Menschen im Wasser Abkühlung suchen.
Warum sterben so viele Männer bei Badeunfällen?: „Sie denken gar nicht über mögliche Gefahren nach“
Im vergangenen Jahr waren 82 Prozent der Badetoten in Deutschland männlich. Männerforscher Christoph May erklärt, wie Selbstüberschätzung und Gruppendruck Risiken erhöhen.












