Das Münchner Tierheim hat wegen Überfüllung vorübergehend einen Aufnahmestopp für Wildtiere verhängt. Die große Zahl an Jungvögeln sowie Igeln und anderen Wildtieren bringe die Einrichtung derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen, teilt die Einrichtung auf ihrer Website mit. Auch die telefonische Beratung sei für die Dauer des Aufnahmestopps nicht verfügbar, Grund dafür seien auch hier mangelnde Kapazitäten.Im Tierheim werden derzeit etwa 800 Tiere versorgt, sowie etwa 140 weitere auf dem angeschlossenen Gnadenhof in Kirchasch. Rund 400 davon seien Wildtiere, wie eine Sprecherin mitteilt. Allein im Juni wurden ihr zufolge beispielsweise 50 Igel und Marder, 335 Wild- und Wasservögel sowie 40 Tauben aufgenommen, wobei ein Teil dieser Tiere inzwischen wieder ausgewildert worden sei. Weiter verschärft werde die ohnehin angespannte Lage durch noch geltende verschärfte Quarantäneauflagen für Tierarten, die potenziell von der Vogelgrippe betroffen sind. Die Unterbringung und Versorgung der Wildtiere werde ausschließlich über Spenden finanziert.Das Münchner Tierheim ist eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Zum Aufnahmestopp heißt es: Wenn sich der Gesundheitszustand der derzeit versorgten Tiere weiter verbessere und Auswilderungen möglich seien, könnten in ein bis zwei Wochen wieder neue Wildtiere aufgenommen werden.Die Einrichtung appelliert zudem an die Bevölkerung, Wildtiere nicht vorschnell einzusammeln. Nicht jedes scheinbar hilflose Tier benötige tatsächlich menschliche Hilfe, teilte die Sprecherin weiter mit. Gerade bei jungen Vögeln würden sogenannte Ästlinge häufig irrtümlich mitgenommen, obwohl sie außerhalb des Nestes von ihren Elterntieren weiter versorgt würden. Das Tierheim empfiehlt deshalb, sich vor dem Eingreifen zunächst bei spezialisierten Beratungsstellen oder Tierschutzvereinen zu informieren.Anders verhält es sich bei verletzten Wildtieren. Sie sollten grundsätzlich tierärztlich versorgt werden. Allerdings behandele nicht jede Tierarztpraxis Wildtiere, weshalb es sinnvoll sei, vorab bei den Tierarztpraxen nachzufragen. Finderinnen und Finder verletzter oder verwaister Wildtiere können sich trotz des Aufnahmestopps unter anderem telefonisch an Tierärzte, die Tierrettung München, die Wildtierhilfe Bayern, den Landesbund für Vogelschutz, den Wildtierwaisen-Schutz oder spezialisierte Einrichtungen für einzelne Tierarten wenden. Für Eichhörnchen existierten zudem private Pflegestellen, die auf die Versorgung der Tiere spezialisiert seien. Das Tierheim empfiehlt jedoch, auch dort vorab telefonisch Kontakt aufzunehmen.Für Finderinnen und Finder von Wildtieren aus umliegenden Landkreisen wie Erding, Ebersberg oder Fürstenfeldbruck gilt außerdem: Zunächst sollten die jeweils zuständigen örtlichen Tierschutzvereine oder Auffangstationen kontaktiert werden.