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Agrarkonzern: BayWa wirft Ballast ab – und schafft mehr Zeit für die Sanierung Der Agrarkonzern verkauft seine Ökostrom-Tochter BayWa r.e. und sichert sich damit mehr finanziellen Spielraum für die Sanierung bis 2030.

01.07.2026 - 15:36 Uhr Der Agrarkonzern BayWa möchte die Sparte BayWa r.e. aus der Bilanz bekommen. Foto: IMAGO/Manfred SegererDer Münchner Agrarkonzern BayWa trennt sich im Zuge seiner Sanierung von seiner Wind- und Solarpark-Tochter BayWa r.e. und wirft damit Ballast ab. Die Anteile der BayWa AG und des schweizerischen Investors EIP an der BayWa r.e. werden auf einen Sanierungsgesellschafter übertragen, die bisherigen Eigentümer bleiben nur am späteren Verkaufserlös beteiligt. Den ersten Zugriff darauf haben aber die Gläubiger, die der BayWa gleichzeitig einen Teil ihrer Schulden erlassen. Sie geben dem seit zwei Jahren in Schieflage befindlichen Konzern zudem zwei Jahre länger Zeit, finanziell wieder auf die Füße zu kommen: bis Ende 2030, wie die BayWa am Dienstagabend mitteilte. Sie will sich gesundschrumpfen und soll sich künftig auf das Geschäft mit dem Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffen konzentrieren.Der BayWa-Vorstand billigte ein mit den Banken und den beiden Großaktionären ausgehandeltes neues Sanierungskonzept. Das bisherige Konzept war gescheitert, weil die Geschäfte der BayWa r.e., die Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher entwickelt, schlechter laufen als geplant. Deshalb musste das Paket noch einmal aufgeschnürt werden. Der Verkauf der BayWa r.e. sollte 1,7 Milliarden Euro zu der eigentlich bis 2028 geplanten Entschuldung um vier Milliarden Euro beitragen. Nun werden eher knapp eine Milliarde Euro als realistischer Erlös eingeschätzt.Mehr Rechte als ein TreuhänderUm die Weiterführung und einen Verkauf der BayWa r.e. soll sich ein – noch nicht bekannter – Sanierungsgesellschafter kümmern. Dieser hat mehr Rechte als ein klassischer Treuhänder. Die BayWa AG, die bisher 51 Prozent hielt, bekommt die Tochter damit aus der Bilanz, muss aber auch die milliardenschweren Gesellschafterdarlehen vorerst abschreiben. Die BayWa r.e. stand bei der AG und bei EIP mit zusammen 1,3 Milliarden Euro in der Kreide. Ihr wachsender Kapitalbedarf hatte maßgeblich zur Schieflage des Konzerns beigetragen. BayWa-r.e.-Sanierer Hans-Joachim Ziems begrüßte die Trennung: „Damit setzen wir unsere Transformation noch zügiger fort, und zwar in Eigenregie, ohne Reibungsverluste und Interessenkonflikte mit der BayWa AG und der EIP“, schrieb er am Mittwoch in einer Reuters vorliegenden E-Mail an die Führungskräfte.Agrarkonzern Warum das Geschäft mit Wind und Sonne BayWas Sanierung gefährdet Probleme bei der Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. gefährden den Sanierungsplan des Agrarkonzerns. Nun sind neue Gespräche mit Banken und Aktionären nötig. von Florian Weyand und Melanie BergermannIn den Verhandlungen machen auch die Banken Zugeständnisse. Sie stellen 700 Millionen Euro an Krediten nachrangig. Weitere 900 Millionen bekommen sie nur insoweit zurück, als der Verkauf der BayWa r.e. diese Summe einbringt. Die meisten Gläubiger hatten ihre Forderungen schon zumindest in dieser Größenordnung abgeschrieben, wie ein Insider sagte. Im Gegenzug geben die beiden Großaktionäre der BayWa AG, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die österreichische Raiffeisen Agrar Invest, ihre Anteile von zusammen 67,1 Prozent an einen Treuhänder ab. Sie bekommen sie nur dann zurück, wenn sie bei einer für 2029 geplanten Kapitalerhöhung nochmals mindestens 220 Millionen Euro frisches Eigenkapital nachschießen.BayWa will auch Energie-Geschäft verkaufen„Die genossenschaftlichen Hauptaktionäre stehen zur BayWa“, sagte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Stefan Müller. „Dabei wird gelten: Zurück zu den Wurzeln“ – mit Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffen. „Dieses Geschäftsmodell hat die BayWa über Jahrzehnte getragen und kann profitabel in die Zukunft geführt werden.“Im Zuge der Sanierung soll bis 2029 auch die Sparte „Wärme und Mobilität“ verkauft werden, die Holzpellets, Agrardiesel, Schmierstoffe oder Heizöl verkauft, aber auch Wärmepumpen einbaut. Das Geschäft weiterzuentwickeln, würde zu viel Geld kosten, sagte ein Insider. Die dazugehörenden Firmen dürften einzeln an regionale Anbieter gehen. Als Nächstes steht noch 2026 der Verkauf der neuseeländischen Apfelplantagen-Tochter T&G Global an, an der die BayWa 74 Prozent der Anteile hält und die an der Börse umgerechnet rund 150 Millionen Euro wert ist. dpa Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick