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Professor Christian Drosten hat in Tübingen den Preis für die Rede des Jahres 2025 erhalten. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen zeichnet damit eine Ansprache aus, die er im Mai vergangenen Jahres zum hundertjährigen Bestehen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin gehalten hat. Die Konstellation scheint ungewöhnlich: Ein Virologe spricht vor Ökonomen. Dabei ist sein Thema keines der beiden Fächer, sondern die Wissenschaft selbst – „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“, so der Titel.

Drosten findet den gemeinsamen Boden rasch. Medizin wie Ökonomie hätten es mit dem Menschen zu tun und, da werde es kompliziert, mit der Gesamtheit der Menschen, der Gesellschaft. Wenn eine Gesellschaft ein Problem habe und unter Handlungsdruck gerate, „dann wird es politisch“, so Drosten. Von hier an spricht er über die Lage: über postfaktische Politiker, die „nach Gefälligkeit“ argumentierten, über den verlorenen Sinn für Fakten in der Gesellschaft, über die Meinungsmacht, der am Ende auch die Wissenschaft nicht entgehe.