Der kürzlich ausgewilderte Bartgeier Alosa ist neugieriger und mutiger als erwartet. So habe das Jungtier die umzäunte Felsnische in 1300 Meter Höhe im Klausbachtal erstaunlich früh verlassen. „So etwas haben wir im Projekt in den vergangenen fünf Jahren bisher nicht erlebt“, sagte der Projektleiter im Landesbund für Vogel- und Naturschutz, Toni Wegscheider.Alosa sei bereits zwei Tage nach der Auswilderung in den Berchtesgadener Alpen außergewöhnlich früh abgeflogen und versuche sich seither, in der direkten Umgebung zurechtzufinden. „Derzeit geht es ihr gut und sie hat gefressen. Doch das ungewöhnliche Verhalten von Alosa stellt uns durchaus vor Herausforderungen.“ So habe der Vogel keinerlei Erfahrung, um beispielsweise gezielt an Futterstellen zu landen.SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.„Auch bei der Erkundung des Geländes tut sie sich aufgrund der aktuell schwierigen Thermikverhältnisse schwer“, sagte Wegscheider. „Wir beobachten sie daher engmaschig, um zeitnah auf jede Entwicklung reagieren zu können.“ Normalerweise erkunden die eigentlich noch flugunfähigen Junggeier den Angaben nach erst einmal ausgiebig ihr neues Zuhause in der Felsnische. Drei bis vier Wochen später würden sie dann ihren ersten Flugversuch unternehmen. So lange müssten sie ihre Flugmuskulatur zunächst trainieren.Alosa war am 24. Juni zusammen mit Bartgeier Zierli im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert worden. Seit 2021 wurden jedes Jahr zwei junge Bartgeier freigelassen, um die ausgerottete Art in den Ostalpen wieder anzusiedeln.