Als Reaktion auf die Sperrung der leistungsfähigsten KI-Modelle aus den USA möchten die Grünen im Bundestag Künstliche Intelligenz (KI) aus Europa stärken. Einen entsprechenden Antrag mit 15 Maßnahmen hat die Fraktion beschlossen.Demnach soll sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass auf europäischer Ebene in den kommenden Jahren mindestens 100 Milliarden Euro für KI und dazugehörige Infrastrukturen bereitgestellt werden.„Eine politische Entscheidung kann reichen, damit Unternehmen, Forschung und Verwaltung in Europa plötzlich keinen Zugriff mehr auf zentrale KI-Modelle haben“, sagt die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, Rebecca Lenhard, dem Fachdienst Tagesspiegel Background.„Man muss sich nur vorstellen, was passiert, wenn künftig kritische Prozesse in Wirtschaft oder Staat auf solchen Modellen basieren“, sagte sie weiter. Deutschland und Europa müssten daraus Konsequenzen ziehen und eigene Anbieter gezielt stärken.Die Bundesregierung soll nach dem Willen der Grünen zudem eine Bestandsaufnahme der digitalen Abhängigkeiten staatlicher Stellen im Bereich KI machen. Bei Betriebssystemen, Office-Anwendungen oder Cloud-Diensten zeigten sich die Folgen jahrelanger Abhängigkeit in hohen Kosten und geringer Wahlfreiheit. „Deutschland und Europa dürfen nicht zulassen, dass sich dieser Fehler bei Künstlicher Intelligenz wiederholt“, sagte Lenhard.Der Wirtschaftsbeirat der Grünen will den Antrag am 7. Juli mit KI-Unternehmen diskutieren. Er soll dann bei nächster Gelegenheit in den Bundestag eingebracht werden.