PfadnavigationHomePanoramaGroßbritannienAufsichtsbehörde ermittelt gegen Polizisten im Fall Henry NowakStand: 13:16 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Mord an dem Studenten Henry Nowak, der während eines Polizeieinsatzes starb, wühlt Großbritannien auf. Jetzt hat Premierminister Keir Starmer Elon Musk ungewöhnlich scharf kritisiert. WELT-Chefreporterin Anna Schneider empfiehlt, „dass jemand mal den Puls vom Herrn Starmer messen geht“.Die britische Polizeiaufsicht ermittelt im Fall Henry Nowak gegen zwei Beamte wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens. Sie hatten die Beteuerungen des sterbenden 18‑Jährigen, er sei niedergestochen worden, ignoriert und ihm Handschellen angelegt.Die britische Aufsichtsbehörde für Polizeiverhalten ermittelt im Mordfall Henry Nowak gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts auf grobes dienstliches Fehlverhalten. Die beiden Polizisten seien als erste Beamte am Tatort im südenglischen Southampton eingetroffen, wie das Independent Office for Police Conduct (IOPC) mitteilte.Der Fall um den getöteten 18-Jährigen sorgte zuletzt in Großbritannien für Aufruhr. In Southampton kam es dabei im Zuge eines Protests zu Ausschreitungen. Nowak war im Dezember 2025 niedergestochen worden. Die Polizei schenkte jedoch dem Täter Glauben, der behauptete, als Anhänger der Sikh-Religion rassistisch beleidigt worden zu sein und sich als Opfer darstellte. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt.Lesen Sie auchNowak erlitt schwere Verletzungen. Seine Beteuerungen, er sei niedergestochen worden und könne nicht atmen, wurden jedoch von den Beamten ignoriert. Ihm wurden Handschellen angelegt, als er bereits im Sterben lag. Bodycam-Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt.Bereits Anfang Juni kündigte die Polizeiaufsichtsbehörde an, den Fall zu untersuchen. Nun gehe man mit den Ermittlungen gegen die Beamten in eine nächste Phase über. Dabei geht es den Angaben nach unter anderem um mögliche Versäumnisse der Beamten, zu erkennen, dass Henry dringend medizinische Hilfe benötigte, sowie um die Entscheidung, ihn festzunehmen und ihm Handschellen anzulegen, statt Erste Hilfe zu leisten.Lesen Sie auchZudem gebe es Anhaltspunkte dafür, dass einer der Beamten gegen Verhaltensvorschriften verstoßen habe, indem er Nowaks Aussagen „offenbar nicht ernst nahm“.Lesen Sie auchUntersucht wird auch, „ob die ethnische Herkunft oder die Religionszugehörigkeit“ von Opfer oder Täter einen Einfluss auf das Handeln der Polizisten hatte, wie Derrick Campbell von der IOPC laut Mitteilung sagte.dpa/nw