Zwei Bände sind noch nicht sieben. Alles deutet aber darauf hin, dass die „Scandinavian Star“-Reihe der Dänin Asta Olivia Nordenhof mit ihrer Sprachwucht und Wut eine große literarische Bereicherung ist.

Es ist nicht schwer, sich für die Romane „Geld in der Tasche“ und „Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof zu begeistern. Die Dänin, die mit den Büchern eine siebenbändige Reihe angeht, schreibt ungewöhnlich abwechslungsreich. Sie beherrscht das dringliche Präsens ebenso wie das ausgeruhte Präteritum, auktorial erzählte und Passagen in Ich-Form stehen lässig nebeneinander, und wenn ihr danach ist, geht die Autorin einfach mal in poetisches Wortklingeln über, oder sie wendet sich unvermittelt an eine Figur aus ihrer Geschichte und fragt: „Was ist Liebe? Ich weiß es nicht, liebe Maggie, erzähle es mir, dann schreibe ich es auf.“

Das Thema ist erklärungsbedürftig. Die Reihe heißt „Scandinavian Star“, in den schmalen Auftaktbänden kommt jedoch der Brand der gleichnamigen Fähre, die im April 1990 unterwegs von Oslo nach Frederikshavn in Dänemark war, nicht episch breit vor. Er ist mehr die Chiffre, die das Erzählte zusammenhält.

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An den wenigen Stellen, an denen Nordenhof auf die Katastrophe im Skagerrak und den Verdacht des Versicherungsbetruges eingeht, spricht sie von 159 „Todesopfern des Kapitalismus“, ausnahmsweise einmal nicht verursacht von Feuern ausgesourcter Textilfabriken in Asien oder von krebserregenden Pestiziden auf Bananenplantagen. Sie erläutert knapp, was geschah und geschehen sein könnte, gibt zu bedenken, dass „manchmal jemand oder etwas sterben muss, damit andere Gewinn machen können“, und betont: „Der Kapitalismus ist ein Massaker. Aber wir leben, wir können den Kapitalismus beenden.“