Ein Forschungsteam des japanischen Shibaura Institute of Technology (SIT) hat ein fahrerintensionsbewusstes Kontrollsystem für zweirädrige Fahrzeuge wie etwa Fahrräder entwickelt, das zwischen Kurvenfahrten und möglichem Umkippen unterscheiden kann. Je nach Fahrzustand kann so bei Bedarf eine Stabilisierungsunterstützung aktiviert werden, um einen Sturz zu vermeiden.
Herkömmliche Stabilitätskontrollsysteme können lediglich auf die Fahrzeugbewegung reagieren. Bei zweirädrigen Fahrzeugen ist dadurch jedoch kaum ein Unterschied zwischen einer Neigung bei einer Kurvenfahrt und einer anfänglichen Neigung beim Wegrutschen auszumachen. Entsprechend schwierig ist es zu erkennen, wann ein Stabilitätssystem eingreifen soll und wann nicht.
Von der Lenkbewegung zur Fahrstabilisierung
Die Wissenschaftler des SIT haben einen anderen Ansatz gewählt, der die Intention des Fahrers erkennt und nicht auf die Kraftrückkopplung durch die Fahrzeugbewegung setzt. Die Forscher haben ein Steer-by-Wire-Fahrrad entwickelt, das die Lenkbewegungen des Fahrers elektronisch erfasst und in Steuerungssignale für eine elektromotorische Lenkung umsetzt. Mit den gemessenen Steuerungssignalen können das Lenkverhalten und die Interaktion zwischen Fahrern und Fahrrad erfasst und ausgewertet werden, wie die SIT-Wissenschaftler in der Studie „Rider-Intent-Aware Scenario-Adaptive Stabilization Control for a Steer-by-Wire Bike“ schreiben, die in IEEE/ASME Transactions on Mechatronics erschienen ist. Das natürliche Lenkgefühl bleibe dabei erhalten.








