Der Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen, Armin Schenk (CDU), hat die Frist, die mit diesem Juni ausgelaufen ist, nicht ganz ausgeschöpft. Vor ein paar Tagen legte er seinen Widerspruch gegen den vom Stadtrat beschlossenen Kauf des Kulturpalasts ein und zerstörte damit Pläne von Leuten, die das Gebäude als ein „Musical- und Ausstellungscenter“ betreiben wollten. Passé sind damit auch die 20 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds.
Die Gründe, die Schenk anführt, sind schlagend wie Ohrfeigen. Sie entstammen einem vertraulichen Gutachten, das der Berliner Zeitung vorliegt. Darin wird die Kalkulation des möglichen Betreibers zerpflückt, der mit zu vielen Besuchern aus einem unrealistisch weiten Einzugsgebiet (bis Berlin) rechnet und zu große Kapazitäten voraussetzt.
Überholen ohne einzuholen
Aufgelistet werden unter anderem steigende Baukosten, fehlende touristische Infrastruktur, der nachteilige demografische Trend und die störfallrechtliche Lage in der Nachbarschaft der Chemiebetriebe. Auch den Zustand des Gebäudes selbst beurteilt dieses Gutachten ganz anders und zählt erbarmungslos unbelastbare, fehlende, fehlerhafte und ungeprüfte Angaben des Betreibers auf.
Der Kulturpalast in Bitterfeld. Ein Mahnmal widerlegter Utopien.







