ErklärtVollkorn-Cracker wie Dar-Vida oder Blévita sind beliebt. Sind sie auch gesund?Ballaststoffe, Proteine und Fette: Die beliebten Getreide-Cracker enthalten gesunde Inhaltsstoffe. Doch sie haben auch Nachteile.Adrian Ritter25.02.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenIllustration Simon Tanner / NZZLeserfrage: Wie gesund sind die beliebten Getreide-Cracker wie Blévita und Dar-Vida? Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auf dem Pausenhof, während der Wanderung und im Büro: Vollkorn-Cracker gehören in der Schweiz zum Alltagsbild und sind Teil mancher Kindheitserinnerung. In ihren handlichen Portionengrössen sind sie praktisch zum Mitnehmen, sie sind haltbar und gelten als gesund. Aber stimmt Letzteres auch?Wohl & Sein antwortetIn der Rubrik «Wohl & Sein antwortet» greifen wir Fragen aus der Leserschaft rund um Gesundheit und Ernährung auf. Schreiben Sie uns an [email protected].Klären wir erst, wovon wir sprechen. Denn das Angebot an Crackern ist heute unübersichtlich gross und reicht von Versionen mit Oliven über solche mit Käse und Karotten-Kürbis bis zu jenen mit Schokolade. Hier soll es um die schlichte, ursprüngliche Version gehen. Je nach Anbieter hat sie Namen wie Nature, Original oder Klassik.Die Zutatenlisten tönen gesund. Sie enthalten zum Beispiel: Weizenvollkornschrot, Fünfkornmehl, Sesam, Rapsöl. Für die genauere Beurteilung wirft Christine Brombach, Ernährungswissenschafterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, einen Blick auf die Nährwerttabellen. Cracker enthalten pro 100 Gramm rund 10 bis 20 Gramm Fett, 50 bis 60 Gramm Kohlenhydrate, rund 12 Gramm Eiweiss und 10 bis 12 Gramm Ballaststoffe: «Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Brot ist bei den Crackern der Anteil an Protein, Fett, Kohlenhydraten und Ballaststoffen höher», sagt Brombach.Ein Vorteil, den die beiden Lebensmittel gemeinsam haben: Zucker macht einen geringen Teil der Kohlenhydrate aus. Ähnlich hoch wie bei Brot liegt bei den Crackern der Salzgehalt – mit 1,6 Gramm pro 100 Gramm so hoch wie bei Chips.Energiedichter SnackDas Fett in den Crackern stammt unter anderem von gesunden Ölen wie Raps- oder Sesamöl. Wertvoll ist auch der hohe Ballaststoffanteil, vergleichbar höchstens mit dem hohen Wert eines Roggenvollkornbrots. Cracker enthalten damit auch mehr Ballaststoffe, Proteine und Fette als Reis- oder Maiswaffeln, welche einen noch höheren Anteil an Kohlenhydraten aufweisen. Dafür sind die Waffeln salzärmer.Gerade weil sich die Cracker auch für den schnellen Snack nebenbei eignen, gilt es einen Punkt zu beachten: die Kalorienzahl. Die Cracker haben eine hohe Energiedichte. Mit rund 400 bis 470 Kilokalorien pro 100 Gramm liegt sie fast doppelt so hoch wie bei 100 Gramm eines durchschnittlichen Brots. Denn Cracker enthalten im Gegensatz zu Brot kaum Wasser. Sie bestehen fast nur aus Trockenmasse – deshalb sind sie knusprig.Der höhere Kaloriengehalt bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Cracker schneller zu einem Gefühl der Sättigung führen. Der höhere Wasseranteil im Brot bewirkt, dass man es stärker kauen muss, dass der Magen gedehnt wird und früher das Signal «Genug gegessen!» ans Appetitzentrum im Gehirn sendet. Die Cracker sind demgegenüber so gebacken, dass sie für den Körper schnell verdaubar sind. Doch auch die Cracker haben ihre Vorteile: Ihr hoher Anteil an Protein und Ballaststoffen trägt ebenfalls zum Sättigungsgefühl bei. Sie enthalten mehr davon als so manches Brot. «Insgesamt lässt sich mit diesen einander entgegengesetzten Aspekten nicht klar sagen, was schneller satt macht», sagt Brombach.Newsletter «Wohl & Sein»Vertiefen Sie Ihr Wissen über Ernährung, Gesundheit und Psychologie mit unserem Newsletter «Wohl & Sein», der jeden Donnerstag in Ihrem Posteingang landet.Jetzt kostenlos anmeldenWertvolle VielfaltGegen einen gelegentlichen Verzehr der Cracker lässt sich also nichts sagen. Auf einer Wanderung eignen sie sich wegen des tiefen Zuckergehalts zwar nicht für den schnellen Energiekick. Dafür liefern ihre Kohlenhydrate länger anhaltende Energie – und dies bei einem ausgewogenen Nährstoffmix. Wer die gesundheitlichen Vorteile der Cracker will, sollte sich mehrheitlich für die Nature-Versionen entscheiden. Bei Versionen mit zusätzlichen Zutaten können der Salz- oder Zuckergehalt sowie der Kalorienwert deutlich höher sein.Das Fazit der Ernährungswissenschafterin Brombach: «Ein Lebensmittel ist nicht per se gesund oder ungesund. Es ist immer eine Frage des Masses.» Sie plädiert für Diversität in der Ernährung insgesamt: «Je vielfältiger wir uns ernähren, desto eher führen wir dem Körper zu, was er braucht.» So gebe es etwa verschiedenste Arten von Ballaststoffen mit unterschiedlichen Wirkungen im Körper. Früchte enthielten andere Ballaststoffe als Getreide. Cracker sollten daher nicht jede Zwischenverpflegung ausmachen – sondern auch dem Apfel und der Gurke ihren Platz lassen.Sie haben auch eine Frage rund um Ernährung und Gesundheit? Schreiben Sie uns an [email protected].Passend zum Artikel