Liebe Leserin, lieber Leser,in diesen Tagen geht vieles zu Ende, was mal mit gewissen Hoffnungen gestartet war. Und ich meine jetzt nicht nur die deutschen Fußballer, die sich wenig glamourös aus der WM verabschiedet haben. Mit dem heutigen 1. Juli endet das Payment for Order Flow und damit ein wichtiger Geldstrom für die Neobroker. Bitcoin-Papst Michael Saylor (61) schwört der HODL-Religion ab. Und in Europa endet die große Kryptofreiheit: Wer jetzt keine MiCA-Lizenz besitzt (und das sind die allermeisten der einst mehr als 1200 Player), muss – wie Weltmarktführer Binance – raus aus der EU.

Was uns zu den Themen der Woche bringt:Systemfehler: Wenn Staatsanwälte es übertreibenHistorischer Umbruch: Wie sich Europas Kryptomarkt neu ordnetPodcast: Wie Airwallex in Deutschland expandieren willTop-Story: Bankenrazzien in Cowboymanier

Öffentlichkeitswirksam: Razzien und Hausdurchsuchungen mit Polizeiaufgebot erhöhen den Druck auf Verdächtige

Gerade Wirtschaftsstrafverfahren starten in Deutschland oft mit großer Wucht, mit spektakulären Razzien, Hubschraubereinsätzen und sogar Verhaftungen – doch sie enden nicht selten mit einem leisen Deal oder gar Freisprüchen. Solche Fälle gab es nach Turmdurchsuchungen bei der Deutschen Bank, beim DFB oder im sogenannten „Goldfinger“-Komplex. Im Zentrum stehen dabei oft Strafverfolger wie der Frankfurter Oberstaatsanwalt Markus Weimann, die sehr unerschrocken auftreten, um es vorsichtig zu formulieren. Herrscht hier eine Justiz in Wildwestmanier? Meine Kollegin Katharina Slodczyk hat mit Betroffenen, Verteidigern, Richtern und mit Staatsanwälten gesprochen. Anhand konkreter Fälle beschreibt sie ein System voller falscher Anreize, mangelnder Kontrolle und potenziellem Machtmissbrauch: Wenn Staatsanwälte es übertreiben.