Was war an deutschen Schulen zuerst da – die Klassikermüdigkeit oder die Heterogenität in manchen Klassen, die das Verstehen von zwanzig oder zweihundert Jahre alten literarischen Werken als kaum noch möglich erscheinen lässt? Dass es die Klassikermüdigkeit überhaupt gebe, bezweifelt ein Verlag, der für eng gedruckte Werke von Goethe, Schiller und Lessing steht wie kein zweiter. „Tatsächlich lässt sich der vermutete Trend bei uns nicht feststellen“, schreibt Reclam auf Anfrage. Zwar schwankten die Zahlen bei Einzeltiteln, doch seien die Verkaufszahlen insgesamt konstant, was auch an den obligatorischen Texten fürs Zentralabitur liege. Davon abgesehen werde es immer wichtiger, Schüler und Lehrkräfte „bei der Klassikerlektüre unterstützend zu begleiten“, heißt es aus Ditzingen.
Verschwinden die Literatur-Klassiker, wenn sie vereinfacht werden?
Ob Gottfried Keller oder Thomas Mann: Immer mehr Klassiker werden für den Unterricht sprachlich vereinfacht. Doch bei dem Versuch, Hürden abzubauen, geht die Literarizität der Werke verloren. Ein Überblick in Kurzrezensionen.






