Vermögensrangliste zeigt: Die Schweizer sind mit 900 000 Dollar weltweit am reichsten – Europäer und Deutsche erreichen im Schnitt nur ein Drittel davonDie globalen Vermögen sind in nur einem Jahr um über 10 Prozent gestiegen. Allein in der Schweiz leben fast eine Million Menschen, die zu den Dollar-Millionären zählen.01.07.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenMeistens ist das Vermögen nur diskret sichtbar. Trotzdem gehört jeder achte Schweizer zum Kreis der Dollar-Millionäre.Karin Hofer / NZZDas weltweite Privatvermögen ist im letzten Jahr um 11 Prozent gewachsen. Das entspricht dem stärksten Zuwachs seit 2017, wie der UBS Wealth Report vorrechnet. Zudem ist es das dritte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Die geopolitischen Turbulenzen haben den Vermögenszuwachs nicht gebremst, betont der UBS-Chefökonom Paul Donovan. «Aus diesem Grund haben die Menschen trotz den steigenden Ölpreisen weiterhin kräftig konsumiert. Denn sie konnten auf ihre soliden Ersparnisse zurückgreifen.»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dank dem Boom an den Aktienmärkten und den steigenden Immobilienpreisen hat auch die Zahl der Millionäre weiter zugenommen. 58 Millionen Menschen weltweit zählen inzwischen zum Kreis der Dollar-Millionäre. Pro Tag kamen 2600 Personen neu dazu. Verglichen mit den 13 Millionen Millionären zu Beginn dieses Jahrhunderts bedeutet dies mehr als eine Vervierfachung. Selbst wenn man die Inflation berücksichtigt, gibt es heute gegenüber dem Jahr 2000 mehr als doppelt so viele Millionäre.Gemessen am Vermögen pro Kopf ist die Schweiz klar das reichste Land der Welt. Gemäss dem UBS-Report erreicht dieses im Durchschnitt 910 000 Dollar, was umgerechnet 740 000 Franken entspricht. Dabei handelt es sich um die Summe aller Finanzanlagen inklusive Guthaben der Pensionskasse sowie Immobilien abzüglich der Schulden. Der Wert bezieht sich auf eine erwachsene Person. Die UBS schätzt, dass in der Schweiz 940 000 Dollar-Millionäre leben – also ungefähr jeder achte Erwachsene.Franzosen haben an Vermögen verlorenIn dieser Rangliste folgen die USA mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 700 000 Dollar auf Platz zwei. Derweil erreichen die Westeuropäer mit einem durchschnittlichen Vermögen von 330 000 Dollar nur ein Drittel des Schweizer Niveaus und die Hälfte der USA. Dabei schneiden Luxemburg, Dänemark und Norwegen besonders gut ab. Deutschland hingegen liegt mit einem Vermögen von 350 000 Dollar nur wenig über dem europäischen Schnitt.Die Franzosen sind direkt hinter den Deutschen klassiert, allerdings hat ihr durchschnittliches Vermögen seit dem Jahr 2020 um 5 Prozent abgenommen. Noch stärker ist der Rückgang in den Niederlanden mit 14 Prozent sowie in Grossbritannien mit 23 Prozent. Die Briten sind mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 290 000 Dollar sogar hinter die Spanier zurückgefallen, welche ihrerseits die Österreicher und die Italiener überholt haben. Den grössten Vermögenszuwachs seit 2020 erreichten die Südkoreaner mit einem Plus von 50 Prozent, womit sie nun auch vor den Japanern klassiert sind.Wichtig ist bei den Zahlen, dass es sich um den arithmetischen Durchschnitt handelt. Das heisst, die Superreichen ziehen den Wert nach oben. Der Median dagegen, der die Vermögenswerte in zwei gleich grosse Hälften teilt, liegt deutlich tiefer: In der Schweiz sind es bei dieser Kalkulation noch 150 000 Dollar pro Kopf.«Eigentlich gibt es nur zwei Wege, um Vermögen zu bilden», sagt Donovan. «Entweder durch harte Arbeit oder durch das Eingehen von Investitionsrisiken.» Dabei zeigt der UBS-Report, dass es sich neben dem Kauf von Immobilien ebenso lohnt, an der Börse engagiert zu sein. Denn in wohlhabenden Ländern ist tendenziell ein grösserer Anteil des Vermögens an den Finanzmärkten investiert. In den USA sind es beinahe 80 Prozent, während die Schweiz mit 65 Prozent ebenfalls auf einen hohen Anteil kommt.Dass die Schweizer am Aufschwung der Börse partizipieren können, verdanken sie zu einem wesentlichen Teil der beruflichen Vorsorge. Mittlerweile verwalten die Pensionskassen ein Vermögen von über 1300 Milliarden Franken. Allein im letzten Jahr erzielten sie einen Ertrag von rund 80 Milliarden Franken, was einer Rendite von 6 Prozent entspricht. Wesentlich tiefer ist der Anteil des finanziellen Vermögens am gesamten Besitz dagegen in vielen europäischen Ländern. In Deutschland etwa sind es lediglich 44 Prozent.Teures Leben in den GrossstädtenJe reicher ein Haushalt ist, desto einfacher wird es laut UBS zudem, nebst dem Wohneigentum zusätzlich in liquide Vermögenswerte zu investieren. Dies habe dazu geführt, dass das Segment über 5 Millionen Dollar noch stärker gewachsen sei als jenes der Millionäre. Die Schweiz zählt inzwischen 114 000 Personen mit einem Vermögen zwischen 5 und 100 Millionen Dollar. Selbst in Deutschland schaffen es nur etwa 240 000 Personen in diese Kategorie, obwohl das Land neunmal so viele Einwohner zählt.«Gerade in den teuren Grossstädten wie Zürich, London oder New York bedeutet ein Millionenvermögen nicht mehr zwingend, dass man sich reich fühlen kann», sagt der UBS-Ökonom James Mazeau. Denn gerade das Wohnen hat sich in diesen Zentren stark verteuert. Die Bank hat deshalb den Begriff der «Everyday Millionaires» geprägt. Im Gegensatz zu den Superreichen, die einen extravaganten Lebensstil pflegen, haben diese Personen durch langfristige Disziplin und Sparsamkeit ein finanzielles Polster erarbeitet.Zwar habe der KI-Boom massgeblich zum jüngsten Vermögenszuwachs beigetragen, sagt Mazeau. Doch selbst wenn die Börse vorübergehend korrigieren sollte, kann man sich als Millionär gleichwohl zurücklehnen. Denn die UBS-Studie zeigt ebenfalls, dass sich der einmal erarbeitete Wohlstand über die Zeit hinweg als sehr stabil erweist.Passend zum Artikel
900 000 Dollar pro Kopf: Schweizer weltweit am reichsten
Die globalen Vermögen sind in nur einem Jahr um über 10 Prozent gestiegen. Allein in der Schweiz leben fast eine Million Menschen, die zu den Dollar-Millionären zählen.










