Lange galt Nordkorea als international isolierter Paria. Doch seit Beginn des Krieges in der Ukraine fließen russisches und chinesisches Geld in großem Umfang nach Pjöngjang. Das sorgt für eine rasante wirtschaftliche Entwicklung und einen unerwarteten Immobilienboom in einem Land, das bislang vor allem mit Repression, Armut und Mangelwirtschaft in Verbindung gebracht wurde.

Jahrzehntelange Sanktionen, internationale Isolation und chronische Versorgungsengpässe hatten die nordkoreanische Wirtschaft nahezu zum Erliegen gebracht. Doch mit der zunehmenden Spaltung der Welt in einen Globalen Süden und Westen im Zuge der neuen Ost-West-Konfrontation – beschleunigt durch die unberechenbare Politik der Trump-Regierung – wurde die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) Teil der wachsenden CRINK-Allianz: eines pragmatischen wirtschafts- und sicherheitspolitischen Bündnisses aus China, Russland, Iran und Nordkorea.

Auf den ersten Blick hat Nordkorea wirtschaftlich wenig anzubieten. Doch die jahrzehntelange Isolation führte dazu, dass das Land riesige Lagerbestände sowjetischer Artilleriemunition anhäufte. Bereits im ersten Kriegsjahr verkaufte Pjöngjang Millionen dieser – qualitativ zwar einfachen, aber einsatzfähigen – Granaten an Russland und trug damit maßgeblich dazu bei, das militärische Kräfteverhältnis zu verändern, als der Ukraine zunehmend die Munition ausging.