In den ersten Tagen dieser Fußball-Weltmeisterschaft war Thomas Müller plötzlich wieder ganz nah an der Nationalmannschaft. Nicht auf dem Platz, nicht in der Kabine und nicht im Mannschaftshotel. Sondern mit Mikrofon in der Hand. Aus „Radio Müller“, wie er aufgrund seiner starken Hangs zur Kommunikation als Spieler bezeichnet wurde, ist „TV Müller“ geworden.Als TV-Experte von Magenta TV analysierte der Weltmeister von 2014 gemeinsam mit Jürgen Klopp die Spiele der deutschen Mannschaft, sorgte mit seiner lockeren Art für Unterhaltung und löste sogar eine kleine Debatte über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann aus. Als Klopp bei der Diskussion um die Aufstellung gegen Curaçao scherzhaft sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ und gleich zweimal ein „noch“ hinterherschob, reagierte Müller sofort. „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“
Thomas Müller zeigt sich so, wie ihn die Fans lieben
Es waren genau die Momente, die Thomas Müller seit Jahren auszeichnen. Schlagfertig, spontan und immer mit einem Gespür für die richtige Pointe. Vor allem aber war Deutschland in dieser Phase der Weltmeisterschaft noch erfolgreich. Gegen Curaçao gelang ein spektakuläres 7:1, gegen die Elfenbeinküste folgte ein hart erkämpftes 2:1. Zwei Spiele, zwei Siege, die K.o.-Runde vorzeitig erreicht und plötzlich wieder Euphorie im ganzen Land.Und Thomas Müller? Der war bei beiden Partien vor Ort. Dann änderte sich etwas. Müllers Sommerpause bei den Vancouver Whitecaps war beendet. Der 36-Jährige kehrte nach Kanada zurück, stieg wieder ins Mannschaftstraining ein und erklärte vor dem Spiel gegen Ecuador noch schnell per Videoschalte: „Ich hatte gerade Training. Die erste Einheit ist in den Büchern.“






