Wenn sich unsere Sonne am Ende ihres Lebens aufbläht, könnte die Erde womöglich doch dem Schicksal entgehen, von dem dabei entstehenden Roten Riesenstern verschlungen zu werden. Das legt zumindest eine Analyse nahe, die von einer Forschungsgruppe aus Belgien und Frankreich erstellt wurde. Demnach dürfte die Sonne im Zuge ihrer Aufblähung schneller an Masse verlieren als bislang angenommen. Dadurch würde der Erde genug Zeit bleiben, durch die damit einhergehende Ausweitung ihres Orbits ihrer Zerstörung zu entgehen. Unser Heimatplanet könnte dann doch intakt bleiben und danach den Weißen Zwergstern umkreisen, der am Ende übrig bleiben wird.

Erde dann schon lange völlig lebensfeindlich

Für ihre Arbeit hat die Forschungsgruppe um Mats Esseldeurs die aktuellsten Daten zur Energieabgabe bei der Aufblähung von Sternen verwendet. Denn das genaue Schicksal der Erde beruhe auf einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen der Ausweitung des Erdorbits und dem Massenverlust der Sonne. Letzterer stelle aber einen besonders schlecht verstandenen Teil der Sternentwicklung dar, weshalb die Prognose so schwierig war. Um die Unsicherheit zu verringern, hat das Team einen Stern namens L2 Puppis untersucht, der die Aufblähung bereits vollzogen hat. Dort gesammelte Beobachtungsdaten hätten dann nahegelegt, dass der Massenverlust ausreicht, um der Erde das Entkommen zu ermöglichen. Absolut sicher sei der Befund aber nicht, weitere Forschung bleibe nötig.