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Konjunktur: Deutsche Inflationsrate sinkt im Juni überraschend auf 2,3 Prozent Der Ölpreis sinkt und der Tankrabatt zeigt Wirkung: Die Inflation geht zurück. Doch der Wert bleibt vergleichsweise hoch.
30.06.2026 - 14:12 Uhr Eine Frau steht auf einem Wochenmarkt an einem Marktstand mit Obst. Foto: Sebastian Kahnert/dpaDie Inflation in Deutschland ist im Juni wegen fallender Ölpreise und durch den Tankrabatt erneut gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nur noch um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten eine unveränderte Inflationsrate von 2,6 Prozent erwartet. Von Mai auf Juni fielen die Preise um 0,3 Prozent.„Die Entspannung im Iran-Konflikt hat zuletzt die globalen Ölpreise auf das Vorkrisenniveau fallen lassen“, sagte der Ökonom der Berenberg Bank, Felix Schmidt. „Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den deutschen Inflationszahlen wider.“ Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte die Energiepreise in die Höhe getrieben. Um das Tanken für Verbraucher wie Unternehmen günstiger zu machen, wurde für Mai und Juni ein befristeter Tankrabatt eingeführt. Er dämpft der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen Viertelprozentpunkt.Insgesamt verteuerte sich Energie im Juni nur noch um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 6,6 Prozent im Mai. Nahrungsmittel kosteten 0,4 Prozent (Mai: +0,4) Prozent mehr. Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 3,1 (Mai: 3,1) Prozent mehr verlangt. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,5 (Mai: 2,5) Prozent.„Inflationswelle scheint sich abzuschwächen“Für die Europäische Zentralbank (EZB) bedeutet die Preisentwicklung in Deutschland gute Nachrichten. „Die durch den Irankrieg ausgelöste Inflationswelle scheint sich abzuschwächen“, sagte Berenberg-Experte Schmidt. Dies könnte der EZB erlauben, von einer weiteren Zinsanhebung im Juli abzusehen. Im Juni hatte sie den Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren heraufgesetzt – von 2,0 auf 2,25 Prozent.Künftig wollen weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise anheben. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen sank im Juni auf 26,4 Punkte, von 30,0 Zählern im Mai, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. „Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.„Allerdings dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiterhin steigen.“ So liege der Indikator seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs noch erheblich über dem Durchschnitt von 18,3 für den Zeitraum 2023 bis 2025. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick













