Die Inflation in Deutschland ist im Juni wegen fallender Ölpreise und durch den Tankrabatt erneut gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nur noch um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten eine unveränderte Inflationsrate von 2,6 Prozent erwartet.„Die Entspannung im Iran-Konflikt hat zuletzt die globalen Ölpreise auf das Vorkrisenniveau fallen lassen“, sagte der Ökonom der Berenberg Bank, Felix Schmidt. „Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den deutschen Inflationszahlen wider.“ Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen Iran hatte die Energiepreise in die Höhe getrieben. Um das Tanken für Verbraucher wie Unternehmen günstiger zu machen, wurde für Mai und Juni ein befristeter Tankrabatt eingeführt.EZB hatte Leitzinsen erhöht, ein weiterer Schritt könnte folgenDie EZB bleibt trotz der Fortschritte beim Friedensprozess zwischen den USA und Iran wegen der Inflation besorgt. Die Währungshüter haben zuletzt den wichtigsten Leitzins, den Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Es war die erste Erhöhung seit 2023. Die Finanzmärkte erwarten, dass die Zinsen noch weiter steigen werden. „Wir müssen uns ansehen, wie die vier Monate steigender Energiekosten insbesondere auf die Inflation bei Lebensmitteln und Dienstleistungen durchschlagen, der Zweitrundeneffekt dürfte einige Zeit brauchen“, sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane am Dienstag in Sintra, Portugal. Dort hält die Europäische Zentralbank ihr jährliches Forum ab. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel rechnet mit anhaltendem Preisdruck im Euroraum. „Ich erwarte, dass die Inflationsrate deutlich über unserem Ziel bleiben wird“, sagte er am Dienstag dem TV-Sender CNBC mit Blick auf die von der EZB angestrebte Teuerungsrate von 2,0 Prozent. Der durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöste Energiepreisschock sei noch nicht vorbei. Im Mai lag die Inflationsrate in der Euro-Zone bei 3,2 Prozent.Künftig möchten weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise anheben. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen sank im Juni auf 26,4 Punkte, von 30,0 Zählern im Mai, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. „Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Allerdings dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiterhin steigen.“ So liege der Indikator seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs noch erheblich über dem Durchschnitt von 18,3 für den Zeitraum 2023 bis 2025.
Inflation sinkt im Juni überraschend
Im Juni geht die Teuerungsrate erneut zurück. Gesunkene Ölpreise sind der Grund. Aber auch der Tankrabatt hat Auswirkungen auf die Zahlen.












