Das kommt unerwartet: Die Inflation in Deutschland sinkt weiter. Experten machen das auch an der Entspannung im Irankrieg fest.

30.06.2026, 14.09 Uhr

Eine Frau bezahlt mit Bargeld auf einem Wochenmarkt ihre Einkäufe

Die Inflation in Deutschland hat an Tempo verloren. Im Juni lagen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. So teilt es das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Im Mai hatte die Rate noch bei 2,6 Prozent gelegen, im April bei 2,9 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten zuvor erwartet, dass die Inflationsrate sich nicht verändern würde.

»Die Entspannung im Irankonflikt hat zuletzt die globalen Ölpreise auf das Vorkrisenniveau fallen lassen«, sagte der Ökonom der Berenberg Bank, Felix Schmidt. »Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den deutschen Inflationszahlen wider.« ​Die USA und Israel hatten Ende Februar Iran attackiert, der Krieg hatte die Energiepreise in die Höhe getrieben.Um Verbraucher und Unternehmen bei den Spritkosten zu entlasten, hatte die Bundesregierung im Mai einen Tankrabatt eingeführt, mit der die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter sank. Die Subvention, die an diesem Dienstag ausläuft, dämpft nach Einschätzung der Bundesbank die Inflation um etwa einen viertel Prozentpunkt und hatte schon im Mai die Teuerungsrate deutlich gedrückt.