Vollständig KI-generierte Musik erzielt auf dem Streamingdienst Tidal keine Einnahmen mehr, geht aus einer neuen Richtlinie des Unternehmens hervor. Solche Titel sind von Tantiemen ebenso ausgeschlossen wie von Direktverkäufen an Fans, heißt es in der am Montag veröffentlichten Richtlinie.

Verboten wird KI-Musik damit auf der Musikstreaming-Plattform nicht. Tidal akzeptiert sie laut der veröffentlichten Richtlinie weiterhin. Vollständig per KI erzeugte Stücke bekommen ein sichtbares KI-Symbol. Das Kennzeichen erscheint ab Mitte Juli und soll später auch auf überwiegend KI-generierte Musik ausgeweitet werden.

Härter gegen Betrug

Ab Mitte Juli blockiert oder entfernt Tidal allerdings KI-Musik, die mit betrügerischer Aktivität in Verbindung steht. Dazu zählt das Unternehmen Titel, die Hörer täuschen, echte Künstler und ihr Publikum „beeinträchtigen“ oder über Massen-Uploads und sonderbare Streaming-Muster auffallen. Auch Stücke, die Stimme oder Namen existierender Künstler imitieren, will Tidal mit automatisierten Werkzeugen aufspüren und löschen.

Die Verantwortung will Tidal nicht allein tragen. Künftig sollen Vertriebspartner KI-Inhalte bereits kennzeichnen, bevor diese den Dienst erreichen. Tony Gervino, Executive Vice President und Chefredakteur von Tidal, begründet den Schritt in einer separaten Mitteilung: „Egal, was man anderswo liest: Die Übernahme der Musikindustrie durch KI ist nicht unvermeidlich, wenn wir jetzt noch entschiedener handeln, um sie zu überwachen und zu kontrollieren.“