Es ist eine Zahl, die haften bleibt: 41,7 Grad Celsius, gemessen am 28. Juni 2026 an der Station Neißemünde-Coschen in Ostbrandenburg. Werden dieser und geringfügig geringere Werte der vergangenen Tage vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nach abgeschlossener Qualitätsprüfung bestätigt, übertreffen sie den bisherigen offiziellen deutschen Hitzerekord von 41,2 Grad, aufgestellt am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und Tönisvorst. Doch was steckt eigentlich hinter so einer Messung – und warum haben so viele Menschen das Gefühl, früher sei es mindestens genauso heiß gewesen?
Was genau gemessen wird
Wenn der DWD eine Lufttemperatur veröffentlicht, meint er nicht die Temperatur eines Thermometers in der prallen Sonne, nicht die glühende Hauswand und nicht das Autodisplay. Gemeint ist die Lufttemperatur in zwei Metern Höhe über kurz geschnittenem Rasen, gemessen in einer weiß gestrichenen, gut belüfteten Schutzhütte, die das Thermometer vor direkter Sonnen- und Wärmestrahlung abschirmt. Diese Standards gehen auf Vorgaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zurück und sind weltweit gültig. Moderne Sensoren – meist Platin-Widerstandsthermometer – liefern alle zehn Minuten Werte mit einer Auflösung von 0,1 Kelvin.











