Am Samstag hat Deutschland einen Rekord aufgestellt, den niemand feiern sollte: 41,5 Grad, gemessen im sachsen-anhaltischen Möckern-Drewitz. So heiß war es hierzulande noch nie, seit der Deutsche Wetterdienst (DWD) 1881 mit den Aufzeichnungen begann.Und es war erst der zweite Akt. Schon am Freitag hatte Saarbrücken nach vorläufigen DWD-Daten mit 41,3 Grad die alte Bestmarke von 2019 kassiert. 24 Stunden später war auch die Geschichte.Während in Leipzig wegen der Hitze die Straßenbahnen stillstehen und Frankreich in der Hitzewelle laut Gesundheitsbehörden rund 1000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet, fällt im Netz wieder dieser eine Satz: „Früher war es doch auch heiß.“Er klingt harmlos. Ist er nicht. Wir prüfen die vier beliebtesten Einwände – und schauen, was übrig bleibt.
„Früher war es doch auch heiß“
Stimmt, einzelne heiße Tage gab es immer. In Potsdam kletterte das Thermometer nach DWD-Daten schon 1959 auf 38,4 Grad.Nur: Die 40-Grad-Marke fiel in Deutschland laut DWD überhaupt erst am 27. Juli 1983, in den bayerischen Orten Kösching und Gärmersdorf. Gut hundert Jahre nach dem ersten Messwert. Wer behauptet, in den 70ern bei offiziell gemessenen 40 Grad im Freibad gelegen zu haben, irrt sich ziemlich sicher.Entscheidend ist ohnehin nicht der eine Ausreißer, sondern die Häufigkeit.Und die explodiert. Der gern beschworene „Supersommer“ 1976 brachte bundesweit 10,2 heiße Tage, rechnet der DWD vor. Klingt nach viel, bis man die Gegenwart danebenlegt: 17,3 solcher Tage im Jahr 2022, 12,5 im Jahr 2024.In der Region Berlin/Brandenburg hat sich die Zahl der Tage über 30 Grad nach DWD-Zahlen fast verdoppelt: von 6,5 pro Jahr (1961–1990) auf 11,5 (1990–2019).











