Rund eine Milliarde Euro Steuergeld – das sind zehn Millionen 100-Euro-Banknoten mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen. Wenn man diesen Haufen transportieren wollte, bräuchte man über zweihundert große Kartoffelsäcke und drei bis vier 7,5-Tonner-LKW. So viel Zaster gibt das Land Berlin jährlich für die Kultur aus. Die größten Empfänger sind die Institutionen: Opernhäuser, Stadttheater, Museen – aber auch die freie Szene wird mit Mitteln der Allgemeinheit gefördert. Wozu?
Diese Frage verseucht die Debatte von vornherein, weil sie dem eigentlichen, idealen, zweckfreien Sinn von Kunst widerspricht. Und doch wird immer wieder genau darum gerungen. Und wehe nicht – die freiwilligen Haushaltsausgaben für Kultur werden in Sparrunden schnell zur Disposition gestellt. Kein Wunder, dass die Künstler dann in Verlegenheit geraten und lauter Floskeln bemühen, die qua Definition von Kunst eben nur Nebeneffekte sein können. Dann ist von Demokratieförderung die Rede, von Bildung und Wahrnehmungserweiterung, genuin humanistischer Bestimmung, von Kommunikation, Frieden, Wohlstand und Glück durch – Kulturförderung.
Neue Intendanz
Es stimmt wirklich: Matthias Lilienthal macht aus der Volksbühne eine Badeanstalt






