Anfang dieses Jahres widmete meine Zeitung, die Global Times, der Zusammenarbeit zwischen China und Europa eine Sonderreihe. Eine Folge stellte die bilaterale Kooperation im Hafenbereich vor und hob dabei Piräus in Griechenland sowie Hamburg in Deutschland hervor.Als ich den Artikel redigierte, kam mir ein Bild in den Sinn: Ein Schiffscontainer verlässt den geschäftigen Hafen von Shanghai, überquert den Indischen Ozean, passiert den Suezkanal und erreicht schließlich einen europäischen Hafen – nicht als Fremder in einem unbekannten Land, sondern wie ein Paket, das in einer vertrauten Logistiknachbarschaft ankommt.

China baut seine Präsenz in Europas Häfen aus

Genau das ist heute tägliche Realität. Die vertiefte Zusammenarbeit zwischen chinesischen und europäischen Häfen hat dazu geführt, dass chinesische Investitionen und operatives Know-how von Piräus bis Hamburg die Infrastruktur modernisiert, den Warenumschlag beschleunigt und Industriegebiete wiederbelebt haben. Für China haben diese Partnerschaften verlässliche Standorte für Exporte in Europa geschaffen und die Einbindung in globale Logistiknetzwerke vertieft. Nun soll ein weiterer Hafen hinzukommen.

Medienberichten zufolge wurde ein neu gegründetes chinesisch-spanisches Gemeinschaftsunternehmen mit einer neuen Konzession sowie der Neuentwicklung des spanischen Hafens Tarragona beauftragt. Der Mittelmeerhafen im Norden Spaniens nahe Barcelona soll sich zu einem regionalen Logistikzentrum entwickeln, das sowohl an die wichtigsten internationalen Schifffahrtsrouten als auch an die Iberische Halbinsel und das europäische Hinterland angebunden ist. Darüber hinaus soll Tarragona zu einem weiteren strategischen Glied der wachsenden Kette chinesisch-europäischer Hafenpartnerschaften werden.