Spätestens ab Dienstag 18 Uhr wird sich nicht nur die Kunstwelt fragen: Wer verdammt ist dieser Jérémie Queyras? Es ist nicht viel über den Künstler bekannt, aber immerhin so viel, dass er das offizielle Porträt von Angela Merkel geschaffen hat. Es wird am Dienstag 18 Uhr im Berliner Bode-Museum präsentiert, hängt dann dort bis Oktober, um von der Öffentlichkeit begutachtet zu werden. Danach kommt es im Kanzleramt in die Reihe der Vorgänger.Es ist erst das achte Gemälde in der Galerie der bislang zehn Kanzler: Friedrich Merz fehlt natürlich, da er noch amtiert; und wen Olaf Scholz beauftragen wird, ist noch nicht bekannt. Denn es ist das Privileg der Ex-Regierungschefs, dass sie selbst auswählen dürfen, welcher Maler sie für die Ewigkeit festhält. Gerhard Schröder entschied sich für Jörg Immendorff – ein Maler, dessen Werke auch mal 70.000 Euro erzielen –, der Schröder als Gold-Kopf porträtierte.

Der Merkel-Künstler ist hingegen eine recht „unbemalte Leinwand“. Bekannt ist nur, dass er 1997 nahe Paris geboren wurde, dass die Familie kanadische Wurzeln hat, sein Vater ein bekannter Cellist ist, er selbst seine Kunst in London und Paris lernte – und dass er gern laut Musik hört, wenn er malt.