Österreichs Regierung will die KI-Firma Anthropic nach Europa holen und hat die EU-Kommission aufgefordert, diesbezügliche Schritte zu prüfen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen Brief, den Alexander Pröll, der Staatssekretär für Digitalisierung, an EU-Kommissarin Henna Virkkunen geschickt hat. Darin heißt es, dass sich die EU auf Aspekte wie Rechtssicherheit, Marktzugang, Kapital und eine Reihe von Werten konzentrieren soll, die dem Unternehmen zusagen dürften. Zentrale Details, etwa zum praktischen Vorgehen und dazu, wie Anthropic in Europa operieren sollte, lässt der ÖVP-Politiker demnach aber offen. Anthropic selbst hat sich zu dem Vorschlag nicht geäußert, der klingt aber auch nicht sehr realistisch.

Anthropic in Konflikt mit der Trump-Regierung

Prölls Vorschlag werfe ein Schlaglicht auf europäische Bemühungen, die Unabhängigkeit von US-amerikanischer und chinesischer Technologie zu erhöhen, schreibt Bloomberg – etwa durch die Förderung eigener KI-Modelle. Derartige Überlegungen haben seit Beginn der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump an Dringlichkeit gewonnen, anfangs hat vor allem dessen Zollpolitik die große Abhängigkeit sichtbar gemacht. Als die US-Regierung dann zuletzt Ausländerinnen und Ausländern den Zugang zu Anthropics mächtigster KI-Technik Mythos beziehungsweise Fable versperrt hat, war deutlich geworden, welche Kontrollmöglichkeit Washington in diesem Bereich hat. Gleichzeitig gibt es in Europa bislang kein KI-Modell, das mit den mächtigsten Modellen aus den USA mithalten kann.