Schon in der Antike gab es Klappstühle, selbst der römische Kaiser saß auf einem Faltstuhl. Weil's praktisch war, denn man konnte den „Thron“ überall mit hinnehmen. 2000 Jahre später haben sich Klappstühle dennoch kaum durchgesetzt. Sie gelten weithin als minderwertig, was auch an Materialaufwand und Gestaltung liegt. Meist kommen sie erst dann zum Einsatz, wenn es sonst keine „richtigen“ Stühle im Raum mehr gibt. Und wer sitzt schon gerne am Katzentisch – und dann auch noch auf einem Klappstuhl.Doch es gibt auch Klappstühle, die sogar mit einem Sessel konkurrieren können. Den allerschönsten aller Klappbaren konnte man in diesem Jahr auf der Mailänder Möbelmesse im April neu entdecken, denn der Entwurf ist schon mehr als 40 Jahre alt. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Es sollte ein Polsterstuhl sein, den man sich flach an die Wand oder sogar in seinen Kleiderschrank hängen kann. Um Platz zu sparen. Der Haken an der Rückenlehne ist selbstverständlich integriert und wird vom Hersteller gleich mitgeliefert.Ein Sessel zum An-die-Wand-Hängen: Der Klappstuhl „Nena“ von Richard Sapper wird mit praktischem Haken geliefert.B&B ItaliaEntwickelt hat den Klappsessel mit dem Namen Nena der deutsche Designer Richard Sapper. Der 1932 in München geborene Wahl-Mailänder ist vor allem wegen seiner bei Architekten überaus beliebten Leuchte Tizio (Artemide, 1972) bekannt, doch auch mit seinem Kessel 9091 für Alessi (1983) und seinem ThinkPad für IBM (1992) schrieb Sapper Designgeschichte. Nena brachte B&B Italia erstmals im Jahr 1984 heraus, und der Klappstuhl wurde sogleich auch mit dem wichtigsten Designpreis der Welt ausgezeichnet, dem Compasso d'Oro. Nun bietet die italienische Marke eine Neuausgabe des herausragenden Entwurfs von Richard Sapper an, der 2015 im Alter von 83 Jahren gestorben ist.Auf dem Salone del Mobile war Nena nicht der einzige Klappstuhl, der Aufsehen erregte. Das Südtiroler Familienunternehmen Plank präsentierte Theo, entstanden in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls aus Südtirol stammenden Matteo Thun und seinem Studiopartner Benedetto Fasciana. Thun, 1952 in Bozen geboren, setzt sich seit Jahrzehnten für ein Design mit ökologischem Bewusstsein ein. Theo erinnert zwar entfernt an einen Klappstuhl, den fürs Zusammenlegen nötigen Klappmechanismus aus Edelstahl hingegen sieht man nicht.Das Gestell ist aus massivem Eichenholz, Sitz und Rückenlehne sind aus Formholz, Eiche furniert. Optional bietet Plank eine Polsterauflage in Stoff oder Leder an sowie einen Transport-Trolley, also einen Wagen aus Metall auf vier Rollen, in den aufrecht acht zusammengeklappte Theo-Stühle passen. Auch das ist platzsparend und praktisch, nicht nur bei Veranstaltungen mit vielen Gästen.
Diese Klappstuhl sind schön und bequem
Wer sitzt schon gerne auf einem Klappstuhl? Oft sind die Platzspar-Lösungen unbequem und deswegen die letzte Wahl. Zwei Hersteller zeigen, dass es auch anders gehen kann.







