PfadnavigationHomeGesundheitResistente BakterienEin Antibiotika-Duo stoppt gefürchteten KrankenhauskeimStand: 07:25 UhrLesedauer: 3 MinutenDarstellung des Erregers Pseudomonas aeruginosaQuelle: Getty Images/Science Photo Library RF/Jennifer Oosthuizen/SCIENCE PHOTAustralische Forscher haben einen Weg gefunden, vorhandene Antibiotika wirksamer gegen resistente Bakterien einzusetzen. Das ermöglicht neue Ansätze für die Therapie gefährlicher Infektionen.Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa gehört zu den besonders gefürchteten Krankenhauskeimen. Es kann Blutstrominfektionen wie die Sepsis, Lungenentzündungen und in schweren Fällen auch Meningitis auslösen. Besonders gefährdet sind Menschen auf Intensivstationen, nach Operationen oder mit geschwächtem Immunsystem. Das Bakterium ist auch deshalb so gefürchtet, weil es schnell Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln kann. Manche Stämme sind gegen fast alle verfügbaren Antibiotika resistent, einschließlich der sogenannten Reserveantibiotika. Umso wichtiger ist die Entdeckung von australischen Forschern der Monash University in Melbourne. Sie haben zwei häufig verwendete β-Lactam-Antibiotika kombiniert, berichten sie im Fachmagazin „The Lancet Microbe“.Lesen Sie auchIm Duo konnten diese Antibiotika demnach hochresistente Stämme schneller abtöten als die Einzelwirkstoffe und zugleich die Entstehung neuer Resistenzen gegen die beiden Wirkstoffe unterdrücken.Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein sogenanntes Labor-Infektionsmodell, das die Situation im Körper eines Patienten möglichst realistisch nachbildet. Bakterienproben aus klinischen Isolaten wurden dabei Antibiotikakonzentrationen ausgesetzt, wie sie nach einer realen Dosierung im Krankenhaus auftreten würden. Getestet wurden die beiden β-Lactam-Antibiotika jeweils einzeln sowie in Kombination. Lesen Sie auchBemerkenswert ist nicht nur die Wirkung der Kombination, sondern auch die Methode, mit der die Forschenden vorgingen. Sie entwickelten ein mathematisches Modell, um Informationen über Wirkstoffkonzentrationen, bakterielle Wachstumsdynamik und genetische Resistenzmechanismen zu verbinden. Damit lässt sich besser abschätzen, wie ein bestimmter Erreger auf eine Therapie reagieren dürfte.Personalisierte Therapie mit AntibiotikaDer Ansatz könnte ein Schritt hin zu personalisierten Antibiotikatherapien sein. Künftig könnten Krankenhäuser die genetischen Eigenschaften eines Erregers schnell analysieren und daraus ableiten, welche Kombination, Dosierung und Therapiedauer die besten Chancen bieten. Für schwer kranke Patienten wäre das ein entscheidender Fortschritt: Statt nach Standardprotokoll zu behandeln, könnte die Therapie stärker an den konkreten Keim angepasst werden.Die Entdeckung der Kombi-Therapie mit zwei β-Lactam-Antibiotika – der am häufigsten verwendeten Antibiotikaklasse gegen schwere Infektionen – erfolgt vor dem Hintergrund, dass die WHO den Erreger Pseudomonas aeruginosa als „prioritär“ und damit als besonders gefährlich eingestuft hat. Daraus leitet sich die Aufforderung nach einem schnellen und nachhaltigen Handeln ab. Lesen Sie auchDie Resistenzen von Krankheitserregern gegen Antibiotika zählen zu den größten Risiken für die öffentliche Gesundheit. Sie bedrohen nicht nur die Behandlung bakterieller Infektionen, sondern auch viele Errungenschaften der modernen Medizin: Operationen, Chemotherapien, Transplantationen und Kaiserschnitte werden riskanter, wenn Infektionen nicht mehr zuverlässig behandelbar sind. Allein im Jahr 2021 waren resistente Keime weltweit direkt für mehr als 1,1 Millionen Todesfälle verantwortlich.Zugleich kommt die Entwicklung neuer Antibiotika seit Jahren nur langsam voran. Viele große Pharmaunternehmen haben sich aus dem Forschungsbereich zurückgezogen, weil Antibiotika wirtschaftlich weniger attraktiv sind als Medikamente, die dauerhaft eingenommen werden. Umso wichtiger sind neue Strategien: vorhandene Wirkstoffe klüger kombinieren, Resistenzmechanismen früher erkennen und neue Substanzen gezielter finden. Zuletzt gab es mehrere vielversprechende Durchbrüche. So wurde ein Wirkstoff getestet, der an einer bislang ungenutzten Stelle eines Bakteriums ansetzt. Allerdings ist dieser Kandidat noch in einer frühen Phase der Entwicklung. Ein anderer experimenteller Wirkstoff verschonte in Tierversuchen das nützliche Darmmikrobiom. Das ist medizinisch relevant, weil viele Breitbandantibiotika nicht nur Krankheitserreger treffen, sondern eben auch schützende Bakterien zerstören. Der Ansatz der Monash-Forscher zeigt nun, dass der Kampf gegen Resistenzen nicht allein durch neue Moleküle gewonnen wird. Mindestens ebenso wichtig ist der optimierte Einsatz vorhandener Medikamente. Noch allerdings ist der Weg in die klinische Routine nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse müssen weiter validiert und in Behandlungsstrategien übersetzt werden. dia
Resistente Bakterien: Antibiotika-Duo stoppt gefährlichen Krankenhauskeim - WELT
Australische Forscher haben einen Weg gefunden, vorhandene Antibiotika wirksamer gegen resistente Bakterien einzusetzen. Das ermöglicht neue Ansätze für die Therapie gefährlicher Infektionen.
⚠️ **Articolo fuori perimetro editoriale** L'articolo è focalizzato su **medicina/sanità** (antibiotici vs. batteri ospedalieri), non su tech/AI/business/economia tech. Warptech Tech News cobre: AI, cloud, startup, crypto, business tech, economia digitale, hardware, policy tech — non sanità. Vuoi che: 1. **Lo riassuma comunque** per esercizio? 2. **Lo scarta** dal workflow editoriale? 3. **Lo ricontextua** per un angolo tech (es. "deployment di modelli predittivi in sanità")? Fammi sapere.








