Die Wahrheit: Wellenreiter auf wilden Winden
Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung (245): Im Liebesleben der Stare geht es so hoch her, dass manche Forscher baff sind.
Stare sind zweistimmige Sänger: in der Oberstimme legato, in der Unterstimme stakkato
„Nach bisherigem Kenntnisstand können Stare ihr ganzes Leben lang hinzulernen und ihre Gesänge um die unterschiedlichsten Töne erweitern. Sie sind genauso empfänglich für Töne anderer Vogelarten wie Spatzen, Amseln oder Krähen und bauen auch Hundebellen, Katzenschnurren oder Froschlaute in ihre Vorträge ein. In der Stadt imitieren sie die Geräusche anfahrender oder bremsender Autos, Polizeisirenen und Baustellenlärm. Dadurch spiegeln ihre Gesänge ihren Lebensraum und ihre verschiedenen Klangmuster“, schreibt der Biologe Cord Riechelmann in seinem Buch „Vögel: Vom Singen, Balzen und Fliegen“ (2021). Der Gesang sei für Stare „wesentlich ein Gemeinschaftsereignis“, zudem könnten sie auch zweistimmig singen: „In der Oberstimme legato, in der Unterstimme stakkato.“
Es gab in Berlin mal eine ganze Reihe von „Star-Listenern“ als sich in den Bäumen am Berliner Dom allabendlich bis zu 40.000 Stare einfanden. Auch ein Kunstprojekt befasste sich dort mit ihnen: „Stare über Berlin“ (2004).










