Die Wahrheit: Wesen mit Werwolfohren
Im spannenden Alltag rasender Sensationsreporter ist nichts, wie es scheint. Nicht einmal ein Kätzchen.
Katze? Weit gefehlt! Waschechter Werwolf, das!
Lukas Seidel birgt die zerwölbte Stirn in seiner rechten, hohlen Hand. Er stöhnt auf, wie von tausend Taranteln gequält. Als er den Kopf wieder hebt, zeichnen dunkle Ringe eine beängstigende Landschaft um seine Augen, die wie blinde, graue Murmeln aussehen. Er ist nicht fähig, auch nur ein einziges Wort zu sprechen, stattdessen serviert er uns Schnaps und Erdnussflipps und deutet mit einem nervösen Handwedeln auf das pechschwarze Sofakissen, das direkt neben ihm auf dem Sofa liegt. Man kann auf den ersten Blick kaum erkennen, worauf er uns hinweisen will. Auf den zweiten Blick erkennt man aber ein niedliches, tiefschwarzes Kätzchen, welches offensichtlich in schönster Ruhe vor sich hin schläft.
Nun erhebt Lukas Seidel das Wort, die Sprache wirkt schleppend, als stünde er unter Drogen oder noch Schlimmeren: „Sie denken jetzt bestimmt, das sei ein niedliches, tiefschwarzes Kätzchen, welches offensichtlich in schönster Ruhe vor sich hin schläft.“ Ein zynisches Lachen entringt sich seiner Kehle. „Harr, harr, ja, diesem Irrtum bin ich auch aufgesessen.“






