29,4 Grad: Wärmste Nachttemperatur in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessenDie vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Höchststand wurde demnach im ostsächsischen Kubschütz aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad.Der bisherige Rekord stammt dem DWD zufolge aus dem Jahr 2003, damals war das Thermometer in der Nacht am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz nicht unter den Wert von 27,2 Grad gefallen.Dass es nun in Kubschütz im Landkreis Bautzen in Sachsen eine so warme Nacht war, dürfte dem DWD zufolge an der Mittelgebirgslage gelegen haben. Es hätten südliche Winde geherrscht, deswegen habe es auf der Nordseite der Hänge leicht föhnige Effekte gegeben. Kubschütz liegt in der Oberlausitz in der Nähe der Grenzen zu Tschechien und zu Polen. Robert Dikomeit41,5 Grad – Erneuter Temperaturrekord in Sachsen gemessenDer Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach vorläufigen Angaben mit 41,5 Grad die höchste Temperatur registriert, die je in Sachsen gemessen wurde. Rekordhalter ist seit Sonntagnachmittag Bad Muskau in der Oberlausitz, wie der DWD auf Anfrage mitteilte. Erst gestern war in Klitzschen bei Torgau mit 40,3 Grad ein Rekord für den Freistaat gemessen worden.Mindestens 13 Menschen sind seit Freitag bei Badeunfällen in Deutschland gestorbenAm Samstag ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg, ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim, zwei Männer kamen in verschiedenen Gewässern in Berlin ums Leben. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen starb ein sechsjähriges Kind. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen.Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus. Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit.Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am Freitag im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.Drei Tage dauerte die Suche nach einem 14-Jährigen in einem See bei Düren in NRW. Er war nach bisherigen Erkenntnissen am Freitag mit Freunden in einem Schlauchboot auf dem See unterwegs und aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser gefallen. Taucher bargen ihn am Sonntagvormittag, ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Am Samstag ertrank zudem ein 41-jähriger Mann in einem Baggersee in Düsseldorf.In Hessen kam es am Sonntagvormittag zudem zu einem Badeunfall in einem Freibad in Kassel. Ein 76-Jähriger wurde leblos im Wasser entdeckt, Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.Am Nachmittag suchten Einsatzkräfte in der Ostsee nach einem vermissten Langstreckenschwimmer. Eine Drohne und diverse Boote seien an der Seebrücke Scharbeutz im Osten Schleswig-Holsteins im Einsatz gewesen, die Suche wurde jedoch ohne Erfolg abgebrochen. Neuer (vorläufiger) Temperaturhöchstwert gemessen – zum dritten Mal in FolgeIn Deutschland ist den dritten Tag in Folge ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen worden. Gegen 16.00 Uhr am Sonntag meldete die Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im brandenburgischen Coschen an der polnischen Grenze einen Wert von 41,7 Grad, wie der Dienst aus Offenbach mitteilte. Am Freitag war ein erster Höchstwert mit 41,3 Grad in Saarbrücken gemessen worden, am Samstag dann mit 41,5 Grad in Drewitz, Sachsen-Anhalt.In der Nacht zu Sonntag war zudem im sächsischen Kubschütz mit 29,4 Grad die höchste nächtliche Mindesttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet worden. Ab Sonntagabend sollten verbunden mit Gewittern die Temperaturen allmählich abkühlen. Bis dahin ist ein weiterer Anstieg der Temperaturen allerdings nicht ausgeschlossen.Der DWD selbst spricht bei diesen Zahlen nicht von „Rekorden“, da die Werte noch vorläufig sind. „Eine Qualitätskontrolle dieser Messwerte ist noch nicht erfolgt und wird noch vorgenommen“, erklärte der Dienst. Die offizielle Bestätigung, ob tatsächlich ein neuer Temperaturrekord vorliegt, dürfte erst nach dem Wochenende vorliegen. Ort in Rheinland-Pfalz wegen Waldbrand geräumtEin sich weiter ausbreitender Waldbrand in einem mit Kampfmitteln belasteten Gebiet hat zur Räumung eines kompletten Ortes in Rheinland-Pfalz geführt. Insgesamt sind rund 650 Menschen in der Ortsgemeinde Traisen bei Bad Kreuznach davon betroffen, wie der Kreis mitteilte. Die Feuerwehr versucht derzeit, mit einem Großaufgebot ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Der Waldbrand war laut Kreis am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der Nähe von Traisen ausgebrochen. Am späten Samstagabend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe zu dem Waldbrand geräumt, in der Nacht auf Sonntag entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen. Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen.Im Verlauf des Sonntags dehnte sich der Brand in einem schwer zugänglichen Waldgebiet mit steilen Hängen auf eine Fläche von rund 2,7 Hektar aus. Die Folge war die komplette Räumung des Ortes.Die Menschen konnten in eine Sporthalle in einer benachbarten Gemeinde unterkommen. Der Kreis bot älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können.„Das Wetter spielt uns nicht in die Karten“, sagte Jörg Dindorf, Leiter Team Medien Katastrophenschutz des Kreises Bad Kreuznach. Es sei weiter heiß und trocken, zudem wehe Wind. Mann stirbt in Belgien durch umstürzenden Baum bei schwerem GewitterNach mehreren Tagen außergewöhnlicher Hitze ist in Belgien ein Mann bei schweren Gewittern in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen. Belgischen Medienberichten zufolge wurde er getötet, als ein Baum in La Hulpe bei Brüssel auf sein Auto stürzte. In der Hauptstadt selbst musste die Feuerwehr fast hundert Mal wegen umgestürzter Bäume oder überfluteter Straßen ausrücken. Menschen kamen in Brüssel laut einem Feuerwehrsprecher aber nicht zu Schaden.Belgien war in den vergangenen Tagen wie große Teile Europas von einer Hitzewelle mit Temperaturen von um die 40 Grad erfasst worden. Die nächtlichen Unwetter überzogen das ganze Land mit Blitzen und Hagelschauern. Nahe dem Flughafen Charleroi wurden dem Königlichen Meteorologischen Institut zufolge Windböen von bis zu 108 Kilometer pro Stunde registriert.SPD und Grüne fordern schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien Wie unser Berlin-Korrespondent Matthias Wyssuwa erfahren hat, fordert auch die SPD als Konsequenz aus den aktuellen Temperaturrekorden in Deutschland mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien. „Die akuten Hitzerekorde mahnen erneut zum beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energien, auch zur Kühlung“, sagte die klima- und energiepolitische Sprecherin Nina Scheer der F.A.Z. „Energieverfügbarkeit ist in diesem Sinne längst zu einer zentralen Sicherheitsfrage geworden – es geht hierbei um Lebensschutz sowie den Schutz unserer Lebensgrundlagen“, fügte sie an. Maßnahmen, die den Umstieg auf erneuerbare Energien und deren Erzeugung sowie ihre Verwertung erschwerten, müssten endgültig vom Tisch. „Stattdessen brauchen wir weitere Förderoffensiven, um den Menschen unmittelbar Sicherheit durch erneuerbare Energiegewinnung zu ermöglichen – auch zur Kühlung.“ Einen ähnlichen Gedanken verfolgte auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Dröge. Sie forderte „ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“. Dafür brauche es volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Kombination mit Solaranlagen, sagte Dröge der „Bild am Sonntag“. „Wir schlagen ein neues Förderprogramm für Klima-Solaranlagen vor.“ Denn die Hitze tagsüber gehe mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher, äußerte Dröge. Auch in Dänemark und Tschechien gibt es neue TemperaturhöchstwerteHitzerekorde gab es in den vergangenen Tagen nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Staaten. In Tschechien wurden in der Nähe von Prag 40,8 Grad gemessen. In Dänemark wurde nördlich von Aarhus mit 37 Grad ein Hitzerekord gemessen. Gemessen wurde die Temperatur dänischen Medienberichten zufolge sowohl in Odum nördlich der Stadt Aarhus in Ostjütland als auch am Flughafen H.C. Andersen, der nördlich von Odense auf der Insel Fünen liegt. Der bisherige Hitzerekord stammte mit 36,4 Grad aus dem Jahr 1975.Hitzewelle: Frankreich verzeichnet etwa 1000 zusätzliche TodesfälleIn Frankreich haben die Gesundheitsbehörden seit Mittwoch etwa 1000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Santé publique France vom Sonntag starben vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit mehr als 40 Grad in vielen Teilen des Landes sanken die Temperaturen in Frankreich am Sonntag derweil wieder etwas.Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der eigenen Wohnung registriert. Besonders betroffen war dabei die Region Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört. Dies sei eine Erinnerung daran, wie wichtig Solidarität gegenüber denjenigen Menschen sei, die isoliert lebten oder in tiefer Einsamkeit, auch in urbanen Regionen, erklärte die Gesundheitsbehörde.630 Menschen bleiben in Zug ohne Klimaanlage steckenMehr als 600 Passagiere sind ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war bei einem Sturm am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad hatte, sichteten die Einsatzkräfte die circa 630 Passagiere. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet. Kinder, Schwangere und ältere Menschen brachte die Feuerwehr demnach aus dem heißen Zug, der Rest musste dort ausharren. Nach mehreren Stunden kam um kurz vor 23.00 Uhr eine Diesellok, die den Zug nach Karstädt zog. Dort stellte sich laut Reisinger heraus, dass es keine Weiterfahrt mehr gibt. Die Einsatzkräfte bauten in einer Sporthalle ein Notlager auf, in dem die Passagiere übernachten konnten.Ein Mensch kam von dort aus mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, andere wurden von Bekannten abgeholt. Am Morgen brachten Linienbusse die etwa 500 Menschen laut Reisinger zum Bahnhof nach Karstädt, wo sie mit zwei ICE weiterreisen konnten. Straßenbahnen in Nürnberg fahren nicht – wegen HitzeschädenWegen Hitzeschäden fahren in Nürnberg vorübergehend keine Straßenbahnen. Der Straßenbelag sei wegen der Hitze an einigen Stellen weich geworden, sodass Straßenbahnen nicht mehr sicher fahren können, teilten die Nürnberger Verkehrsbetriebe VAG mit. Der Betrieb bleibt demnach den ganzen Sonntag eingestellt. Stattdessen fahren Ersatzbusse. Temperatur ist auch im Kölner deutlich angestiegenWer sich vor der Hitze in Sicherheit bringen will, kann Zuflucht in Kirchengebäuden finden. Doch auch bei ihnen macht sich die extreme Hitze bemerkbar, etwa beim Kölner Dom.„Es ist üblich, dass sich die Innenraumtemperaturen des Kölner Doms während einer Hitzewelle stetig den Außentemperaturen annähern“, sagte Dom-Sprecher Markus Frädrich am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).Das sei eine Folge der gotischen Bauweise. „Die großen Fensterflächen und der Stein nehmen die Hitze auf und speichern sie – und es wird täglich wärmer im Dom“, so Frädrich. „Hatten wir vor einer Woche tagsüber noch 21 Grad im Dom, sind es inzwischen gut 26 Grad.“ Im Vergleich zu gotischen Kathedralen mit ihren schlanken Mauern und großen Fenstern seien bei großer Hitze romanische Kirchen im Vorteil, so der Sprecher weiter. Dort bleibe es durch die Bauweise mit dicken Mauern und kleinen Fenstern länger kühl.Mehrere Menschen sterben bei Badeunfällen in DeutschlandSeit Freitag sind mehrere Menschen bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben gekommen. Am Samstag ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg. Ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen wurde zudem ein Kind vermisst. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen.Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus. Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit.Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am Freitag im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Hitze-Liveblog:DWD-Bilanz: Juni deutlich wärmer als sonst | FAZ
41,9 Grad: Tschechien verzeichnet zweiten Tag in Folge Hitzerekord +++ 29,4 Grad: Wärmste Nachttemperatur in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen +++ Seit Freitag kamen mindestens 13 Menschen bei Badeunfällen ums Leben +++ alle Entwicklungen im Liveblog











