Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesRekordtemperaturen in FrankreichHitzerekord auch in GroßbritannienHitzerekord in Deutschland könnte Freitag geknackt werden – Entspannung erst Anfang nächster WocheBahn bietet kostenlose Stornierung für die kommenden Tage anAnalyse: Klimawandel macht Hitzewelle bis zu vier Grad heißerRekord für wärmste Nacht in Deutschland eingestelltDie vergangene Nacht zieht nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit der wärmsten Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gleich. Im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern fiel die Temperatur nicht unter 26,2 Grad. Bisheriger Rekordhalter war der Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 ebenfalls nicht unter 26,2 Grad gesunken war.Während die Temperaturen tagsüber vielerorts auf die 40 Grad zugehen, sinken sie nachts teils nicht mehr unter 20 Grad. Der Deutsche Wetterdienst spricht ab dieser Grenze von tropischen Nächten.Üblicherweise gibt es jedes Jahr pro Messstation nur eine Handvoll Tropennächte. „In Jahren mit sehr heißen Sommern wie 2003 wurden an begünstigten Stationen allerdings über 10 Tropennächte beobachtet“, schreibt der Wetterdienst auf seiner Homepage. „So waren es 2003 in Kehl bei Straßburg 21 Tropennächte. Im Sommer 2015 wurde an den Stationen Waghäusel-Kirrlach und Bad Bergzabern 13 Tropennächte registriert.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes treten Tropennächte häufiger im Süden und Westen Deutschlands auf. Auch seien sie innerhalb dichter, innerstädtischer Bebauungsstrukturen wesentlich häufiger als auf Freiflächen.Halbmarathon und Fußballspiele werden abgesagtIn ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enorm hohen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt – etwa der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg, für den 24 000 Läuferinnen und Läufer angemeldet waren. „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten“, hieß es auf der Homepage.Der württembergische Fußballverband sagte sämtliche Fußballspiele für das kommende Wochenende ab. Der Berliner Fußballverband strich unter anderem alle Begegnungen im Kinderfußball, außerdem alle Spiele, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben.Schulen reagieren vielerorts und verkürzen den Unterricht oder geben komplett Hitzefrei. In manchen Regionen gelten aufgrund von Wasserknappheit und Waldbrandgefahr Bewässerungs- und Grillverbote. Rekordtemperaturen in FrankreichUm fünf Uhr hatte es am Donnerstagmorgen bereits 27 Grad in Paris, die Wetterbehörde Météo France kündigte "einen weiteren stickig heißen Tag" für das ganze Land an. Weil in Paris besonders viele Gebäude schlecht isoliert sind, schlafen immer mehr Menschen in den Parks, weil sie es in ihren Wohnungen nicht mehr aushalten. Rund 13 Prozent der Häuser in Paris sind in der schlechtesten Kategorie G, die die Energieeffizienz ausweist - ein höherer Wert als in anderen Städten Frankreichs. Die Grünanlagen sind wegen der Hitzewelle rund um die Uhr geöffnet. Der Mittwoch war der heißeste Tag, der jemals in Frankreich gemessen wurde. Der Rekord vom Vortag wurde eingestellt, weil erstmals der Wert von 30 Grad an den 30 Referenz-Wetterstationen übertroffen wurde. Laut der Wetterbehörde wurden im Westen des Landes zahlreiche Rekordwerte erreicht, darunter 43,7 Grad in Fontenay und 42,2 Grad in Nantes.Für Donnerstagabend werden Gewitter in Teilen des Landes vorhergesagt, aber auch am Wochenende wird weiterhin hohen Temperaturen gerechnet. Hitzebedingt kommt es in Teilen Frankreichs zu Stromausfällen, rund 22 000 Haushalte waren am Mittwochabend betroffen. Rund 8000 Schulen sind geschlossen, Tausende haben auf Online-Unterricht umgestellt, weil die Räume nicht klimatisiert sind. In einigen Gemeinden wurden Beschränkungen für die Nutzung von Wasser erlassen.Hitzerekord auch in GroßbritannienDie Hitzewelle in Westeuropa hat erneut zu Temperaturrekorden geführt. Auch in Großbritannien fiel zur Wochenmitte ein Juni-Rekord: Im südenglischen Gosport stieg das Thermometer auf 36,1 Grad und übertraf damit die bisherige Höchstmarke von 35,6 Grad aus den Jahren 1957 und 1976. In Paris wurde am Mittwoch ebenfalls ein neuer Juni-Höchstwert von 40,9 Grad gemeldet. Am Vortag hatte Frankreich mit 44,3 Grad in der südwestlichen Gemeinde Pissos den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 80 Jahren erlebt. Hitzerekord in Deutschland könnte Freitag geknackt werden – Entspannung erst Anfang nächster WocheDie seit Tagen anhaltende Hitzewelle steuert auf Rekordtemperaturen zu. Zwar wird der Juni-Rekord von 39,6 Grad am Donnerstag mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ noch nicht geknackt werden, wie Jens Winninghoff vom Deutschen Wetter-Dienst (DWD) der Deutsche Presse-Agentur sagte. Der DWD erwartet Höchstwerte knapp über 39 Grad, vor allem im Westen und Südwesten. Spannend werde es am Freitag, sagt Meteorologe Winninghoff voraus. Dann rechnet der Experte vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands mit Höchstwerten von 40 bis 41 Grad. „Der Juni-Rekord wird mit großer Sicherheit fallen.“ Am Samstag wandere der Schwerpunkt der Hitze dann in den mittleren Landesteil und den Osten, bevor er am Sonntag die Mitte und die Osthälfte erreiche. Nur die Küstenregionen dürften von der extremen Hitze weitgehend verschont bleiben. Und wann wird es kühler? Eine deutliche Entspannung erwartet der DWD erst am Montag. „Es wird noch schwül und heiß“, sagt Winninghoff, „aber die extreme Hitze ist dann komplett raus“. Bahn bietet kostenlose Stornierung für die kommenden Tage anGeplante Bahnreisen können bis einschließlich 30. Juni kostenfrei storniert werden. Die Deutsche Bahn bietet erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz an, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. „Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten möchte, bekommt sein Geld zurück.“ Die Möglichkeit gilt demnach für Tickets für eine Fernverkehrsreise bis einschließlich kommenden Dienstag, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Das umfasse auch Spar- und Supersparpreis-Tickets.Fahrgäste mit digitaler Fahrkarte können diese den Angaben der Bahn zufolge online stornieren. Wer mit analogem Ticket unterwegs ist, kann sich an eine DB-Verkaufsstelle vor Ort wenden. „Wir empfehlen dringend, bei der Reiseplanung die amtlichen Hitze-Warnungen zu beachten“, teilte die Bahn weiter mit. „Allen, die in dieser extremen Wetterlage auf ihre Fahrt verzichten können, legen wir die Sonderregelung zur Stornierung nahe.“Die hohen Temperaturen sind auch für die Bahn eine Belastung. Zwar funktionieren die Klimaanlagen in den Fernzügen mittlerweile zuverlässiger als früher, doch auch die Infrastruktur der Bahn ist anfälliger. Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können bei den hohen Temperaturen und stundenlanger direkter Sonneneinstrahlung Schaden nehmen. Das kann zu weiteren Problemen auf dem ohnehin stark störanfälligen Netz der Bahn führen.Warum die Deutschen Klimaanlagen langsam zu schätzen lernen, beschreibt Jan Stremmel:Hitzewelle in Frankreich verschärft sich weiterDie Hitzewelle in Frankreich verschärft sich heute abermals. Erwartet werden flächendeckend Höchsttemperaturen zwischen 34 und 39 Grad und in einigen Regionen Temperaturen bis 41 Grad. Schon die Nacht war für die Menschen in Frankreich wieder extrem belastend. Vielfach sanken die Temperaturen nur auf 23 bis 26 Grad ab.Nach den vorläufigen Daten des Wetterdienstes stiegen die Temperaturen am Mittwochnachmittag in Vannes in der Bretagne auf 41,5 Grad, in Biarritz an der Atlantikküste auf 40,7 Grad und in Paris auf 39,6 Grad. Das öffentliche Leben leidet massiv unter den hohen Temperaturen, Züge wurden gestrichen und Prüfungen und Sportwettkämpfe verschoben. Wasser ist in den Supermärkten zeitweise ausverkauft und es kommt zu Stromausfällen.Schon ab Donnerstag werden allerdings örtlich Unwetter und Regen erwartet. Ab Freitag wird mit einem Rückgang der Temperaturen gerechnet.Alarmstufe Rot in weiten Teilen FrankreichsKurz nach 14 Uhr zeigte die erste Wetterstation in Paris mehr als 40 Grad an, bereits eine Stunde zuvor wurden in Pissos im Westen des Landes 42 Grad gemessen. Nach Angaben von Météo France herrscht am Mittwoch in 72 von 96 Departments Alarmstufe Rot - eine noch nie dagewesene Anzahl. Am Morgen waren es noch 14 Regionen weniger. "Die sehr starke Hitze legt noch ein wenig zu", teilte die Wetterbehörde mit. Am achten Hitzetag in Folge zeigen sich auch immer mehr Auswirkungen: Die Zahl der Besuche in den Notaufnahmen hat sich im Wochenvergleich verdreifacht. Zehntausende Haushalte sind ohne Strom, in einer Region wurde der öffentliche Verkehr tagsüber ganz eingestellt. Nachdem ein AKW hitzebedingt abgeschaltet werden musste, wurde der Betrieb in zwei weiteren Reaktoren gedrosselt. Weniger Stoff für ParlamentsberichterstatterAuch das Vereinigte Königreich ächzt unter der extremen Hitze. Bis zu 39 Grad werden für diesen Mittwoch in Südengland erwartet, in London soll die gefühlte Temperatur die 40-Grad-Marke überschreiten. Und das in einer Neun-Millionen-Einwohner-Stadt, die nicht gebaut wurde für derartige Temperaturen: Viele Häuser stammen noch aus der viktorianischen Zeit. Oder sind noch älter, wie das Parlament, wo seit je her auch noch strenge Kleidervorschriften gelten. Für diesen Mittwoch immerhin gibt es ein wenig Erleichterung. Der Speaker des Unterhauses akzeptierte kurzfristig eine formale Anfrage der Parlamentsjournalisten: Während der immer Mittwochmittag stattfindenden "Prime Minister's Questions" dürfen die Männer auf der Pressetribüne ihre Jacketts ausziehen, ausnahmsweise.Hitze in Frankreich: Tausende Haushalte ohne Strom 68 000 Haushalte sind im Nordwesten Frankreichs derzeit ohne Strom. Grund ist ein Vorfall an einem Transformator am Dienstag, der mit den hohen Temperaturen in Verbindung steht, wie die bretonische Präfektur Finistère mit Sitz in Quimper mitteilte. Frühestens am Abend könnten die Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden.Für insgesamt 58 französische Départements gilt aktuell die höchste Hitze-Warnstufe Rot, darunter auch Finistère. Der französische Wetterdienst Météo France spricht von einer ungewohnt intensiven Hitzewelle. Temperaturrekorde könnten im Tagesverlauf gebrochen werden. Bereits um 5 Uhr morgens kratzte das westfranzösische La Rochelle fast an der 30-Grad-Marke. In Bordeaux zeigte das Thermometer 27 Grad Celsius und in Paris 26 Grad Celsius. Wärmster Tag aller Zeiten in FrankreichDer Dienstag, der siebte Tag der Hitzewelle in Frankreich, war der wärmste aller Zeiten. Die Durchschnittstemperatur an 30 Referenzstellen erreichte 29,8 Grad. Auch in der Nacht war es warm. In Paris und La Rochelle an der Küste wurden am Mittwoch um 5 Uhr schon 29 Grad gemessen. In vier weiteren Departments wurde die Warnstufe auf Rot erhöht, somit sind es 58 von 96, in denen "außergewöhnlich hohe Temperaturen" herrschen. Betroffen sind 44 Millionen Menschen.Abkühlung ist nicht in Sicht. "Es ist zu erwarten, dass neue Rekorde gebrochen werden", teilte Météo France am Mittwochmorgen mit. Im Südwesten des Landes werden wieder bis zu 43 Grad erwartet. Dort kam es auch zu Stromausfällen. Rund 68 000 Haushalte waren auch am Mittwochmorgen noch ohne Elektrizitätsversorgung. Im Paris kommt es aufgrund der hohen Temperaturen zu Verzögerungen beim öffentlichen Nahverkehr, im ganzen Land gibt es Zugausfälle und Stornierungen. Analyse: Klimawandel macht Hitzewelle bis zu vier Grad heißerDer menschengemachte Klimawandel verschärft die derzeitige Hitzewelle in Frankreich, Deutschland und weiteren Teilen Westeuropas Fachleuten zufolge deutlich. „Das Wettermuster hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich“, sagte Davide Faranda von dem Projekt Climameter. „Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu vier Grad Celsius hinzugefügt hat.“ Man nähere sich den Grenzen dessen, woran sich Gesellschaften und Ökosysteme anpassen könnten.Climameter beschäftigt sich mit dem Einfluss des Klimawandels auf Wetterbedingungen in Europa. Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem französischen Forschungsinstitut CNRS finanziert und vom Klimaforschungsinstitut IPSL unterstützt. Für ihre Analyse haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zirkulationsmuster am 22. Juni angeschaut. Temperaturen seien etwa zwei bis vier Grad Celsius wärmer, als sie bei ähnlichen meteorologischen Bedingungen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen wären. Dass ähnliche Wettermuster heute höhere Temperaturen hervorbrächten, liege an Treibhausgasemissionen.Die Fachleute listen in ihrer Untersuchung die berechneten Temperaturunterschiede für mehrere Städte in Europa und auch in Deutschland auf. Im spanischen Saragossa sei es vier Grad Celsius heißer, in Mailand 3,8 Grad Celsius und in Paris 2,4 Grad, als es unter ähnlichen Bedingungen noch vor mehreren Jahrzehnten gewesen wäre. Auch in München treibe der Klimawandel die Hitzewelle mit 2,3 Grad Celsius mehr an. In Frankfurt liege der Unterschied bei etwa 1,7 Grad Celsius, in Köln bei 1,6 Grad Celsius und in Berlin bei 1,2 Grad Celsius.Die Expertinnen und Experten betonen, dass es bereits mehrfach in der Vergangenheit ähnliche Zirkulationsmuster gegeben habe. Nun aber führten sie zu deutlich höheren Temperaturen. Auch verwiesen sie darauf, dass Extremhitzeereignisse in Westeuropa bereits deutlich stärker zugenommen haben, als Klimamodelle dies angenommen hatten.Weiter extreme Hitze – und hohe SonnenbrandgefahrDas Wetter bleibt schweißtreibend in Deutschland. Extreme Hitze im Westen und Südwesten, die sich nach Norden hin ausbreitet, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nicht nur für heute voraus. Im Norden liegen die Höchstwerte demnach bei 27 bis 34 Grad, im Rest des Landes werden 32 bis 39 Grad erwartet. Einzig über dem südlichen Bergland seien vereinzelt kräftige Gewitter möglich, hieß es – ansonsten bleibe es heiter und teils sonnig.Tückisch ist dabei die nicht direkt spürbare UV-Strahlung. Am Mittwoch und Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte. In Norddeutschland werde ein UV-Index bis acht erwartet, in Mitteldeutschland bis neun, in Süddeutschland seien stellenweise zehn möglich, im Hochgebirge gar elf („extrem“). Der UV-Index-Wert gibt an, welche Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden erwartet werden.Pariser Sehenswürdigkeiten schließen früherAngesichts von Temperaturen um die 40 Grad in Paris kündigten der Eiffelturm und der Louvre am frühen Dienstagnachmittag an, ab 16 Uhr zu schließen. Das Museum will bis inklusive Samstag diese verkürzten Öffnungszeiten beibehalten. Laut Météo France beträgt die gefühlte Temperatur in der französischen Hauptstadt 47 Grad.Und es wird noch heißer: Die Wetterbehörde erwartet, dass auf über 20 Prozent der Fläche Frankreichs mehr als 40 Grad gemessen werden. "Insgesamt wird erwartet, dass Frankreich in dieser Woche die heißesten Tage seit Beginn der Aufzeichnungen erleben wird", teilte Météo France mit. Um 14 Uhr wurden an 187 Stationen Temperaturen über 40 Grad gemessen, an einigen bereits 43 Grad, und 33 Rekorde gebrochen. Die Regierung setzte einen Notfallplan für Krankenhäuser in Kraft, um auf einen möglichen Ansturm von Patienten, die an hitzebedingten Erkrankungen leiden, vorbereitet zu sein.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Hitze in Deutschland: Rekord für wärmste Nacht in Deutschland eingestellt
Die vergangene Nacht zieht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit der wärmsten Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gleich.











