PfadnavigationHomePolitikDeutschlandReden der Regierungsmitglieder„Bleibt ein Prozess menschlicher Intelligenz“ – Ministerien und Kanzler setzen KI nur behutsam einStand: 22:27 UhrLesedauer: 2 MinutenBundeskanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil nehmen an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teilQuelle: Kay Nietfeld/dpaIm Kanzleramt bleibt das Redenschreiben Chefsache. Künstliche Intelligenz diene nur als Recherchehilfe. Auch Vizekanzler Klingbeil arbeite grundsätzlich ohne KI-Einsatz. Bärbel Bas’ Arbeitsministerium pocht bei ihren Reden auf den „Prozess menschlicher Intelligenz“.Bei der Vorbereitung von Reden werden im Bundeskanzleramt in Einzelfällen auch KI-Anwendungen genutzt – allerdings ausschließlich für die Recherche und nicht für die Textproduktion. Dies hat die Behörde dem „Spiegel“ auf Anfrage mitgeteilt. Kanzler Friedrich Merz und seinem Amtschef Thorsten Frei (beide CDU) seien ihre Reden persönlich sehr wichtig, hieß es. „Sie nehmen Entwürfe an, formen daraus aber eigene Texte.“ Beide seien auch bekannt dafür, ihre Reden selbst zu schreiben. „Darüber hinaus halten Sie eine Vielzahl von Reden frei“, zitierte das Magazin aus der schriftlichen Antwort.Eine Sprecherin von Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erklärte zu dem Thema: „Reden und Texte der Hausleitung werden im Bundesfinanzministerium grundsätzlich ohne den Einsatz von KI geschrieben.“ Es gebe auch eine Dienstanweisung mit Regeln, „welche KI-Systeme im BMF zu dienstlichen Zwecken eingesetzt werden können und was bei deren Einsatz zu beachten ist“.Lesen Sie auchAußenminister Johann Wadephul (CDU) ließ über sein Ministerium ganz Ähnliches erklären. „Die Reden und Debattenbeiträge des Außenministers werden nicht durch KI erstellt. Sie werden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Auswärtigen Amt vorbereitet.“ Zudem gab sich das Amt demnach 2024 eine KI-Charta.KI für Recherche- und HilfsaufgabenAuch im Hause von Bundesarbeitsministerin (BMAS) Bärbel Bas (SPD) wird KI genutzt. „Im BMAS bleibt das Verfassen von Reden und Texten ein Prozess menschlicher Intelligenz, der lediglich punktuell durch Künstliche Intelligenz unterstützt wird“, schrieb eine Sprecherin dem „Spiegel“. KI werde dabei für Recherche- und Hilfsaufgaben ergänzend eingesetzt.Lesen Sie auchMitte des Monats war Bundesdigitalminister Karsten Wildberger wegen Texten in den Fokus geraten, die mit KI-Hilfe erstellt wurden. Das „Handelsblatt“ hatte einen Gastbeitrag des CDU-Politikers vorerst aus seinem Angebot entfernt.Lesen Sie auchZuvor war bereits der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) in die Kritik geraten, weil mehrere seiner Reden und Gastbeiträge für Medien oder Teile davon mit Hilfe von KI erstellt worden sein sollen, so etwa eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede und eine Neujahrsansprache.dpa/doli