Der umstrittene Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg kann kommen: Bei einem Bürgerentscheid stimmte die Mehrheit der rund 380 000 Wahlberechtigten für die Pläne der Stadt. Das Votum befriede einen Streit, der seit mehr als 30 Jahren in Nürnberg schwele, sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). „Wir werden jetzt die Planung, die wir haben, vorantreiben.“Die Stadt will die Stauprobleme auf der Verkehrsachse mithilfe eines 1,8 Kilometer langen Tunnels lösen, durch den künftig der Durchgangsverkehr fahren soll. Außerdem sollen eine dritte Spur im Westen und weitere Lärmschutzwände entstehen.Viele Jahre gab es Streit um den AusbauDie Gegner halten die Kosten von mehr als einer Milliarde Euro für zu hoch und die Planung für nicht zielführend, da der Ausbau ihrer Ansicht nach zu noch mehr Verkehr – vor allem von Lastwagen – auf die Strecke führen würde.Seit einigen Jahren spaltet der Ausbau des Frankenschnellwegs die Nürnbergerinnen und Nürnberger. Bereits mehrere Gerichte kümmerten sich um das Thema, die Gegner kassierten Niederlagen. Der Bürgerentscheid war für sie das letzte Mittel, das Bauprojekt noch zu stoppen.Mit rund 53 Prozent lehnte nach der Auszählung von Sonntagabend die Mehrheit den Bürgerentscheid ab und stimmte damit für den Ausbau. Knapp 47 Prozent sprachen sich dafür aus, die Baupläne zu stoppen.Hohe WahlbeteiligungDie Wahlbeteiligung lag bei gut 40 Prozent und damit höher als bei früheren Bürgerentscheiden in Nürnberg. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass die Wahlberechtigten automatisch Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen hatten und viele diese nutzten.Laut bayerischer Gemeindeordnung ist das Ergebnis so bindend wie ein Beschluss des Stadtrats. Allerdings könnte es innerhalb eines Jahres durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte Michael Hauck von den Initiatoren des Bürgerentscheids. Die Initiative werde das Ergebnis aber akzeptieren.Doch wie geht es nun konkret weiter? Die Pläne für den Ausbau stehen, ruhten in letzter Zeit allerdings. „Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben“, sagte König. Die Stadtverwaltung habe diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten.Nach Angaben der Stadt könnten die Bauarbeiten im Abschnitt West mit dritter Fahrspur und Lärmschutzwänden im Frühjahr 2027 beginnen. Voraussichtlich 2030 könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt.
Frankenschnellweg: Bürger in Nürnberg stimmen für Ausbau
Die Befürworter des Ausbaus sind mit 53 Prozent in der Mehrheit. Vier von zehn Wahlbeteiligten haben ihre Stimme abgegeben – mehr als bei früheren Bürgerentscheiden in Nürnberg.














