Der Influencerin Charlotte Weise fällt es manchmal schwer, abzuschalten. Immer überlege sie, »zu welchem Thema ich mein nächstes Reel machen könnte«, sagte sie im Gespräch mit der »Zeit« . »Ich habe das Gefühl, nie krank ausfallen oder mal ein paar Tage Pause machen zu können.« Weise ist seit neun Jahren hauptberuflich Influencerin, sie hat über 200.000 Follower auf Instagram. Auf ihrem Account spricht sie insbesondere über Familienleben, Partnerschaft und gesellschaftskritische Themen.Das Teilen des Alltags, das Werben für Produkte: Gerade bei Jüngeren ist der Berufswunsch Influencer beliebt. Knapp 43 Prozent der deutschen Abiturientinnen und Abiturienten können sich eine Karriere als Influencer vorstellen, zeigte etwa eine Umfrage der Privaten Hochschule Göttingen.Ob Weise anderen den Job empfehlen würde? »Wer sich mit dem Job ernsthaft beschäftigt, kennt sowohl die Vor- als auch die Nachteile«, sagt sie. Es sei schwieriger geworden, bei Instagram eine Reichweite aufzubauen, der Algorithmus verändere sich ständig. Außerdem brauche man ein einzigartiges Thema, mit dem man viele Menschen inspiriere. »Ich beobachte, dass viele junge Influencer es immer noch mit Fotos von ihren Outfits, Reisen oder Restaurantbesuchen probieren«, sagt Weise, »das funktioniert nicht mehr.« Dazu käme die hohe psychische Belastung. »Wenn man damit nicht umgehen kann, sollte man lieber einen normalen Beruf wählen. Oder wenigstens einen Plan B haben.«
Charlotte Weise spricht über Nachteile des Lebens als Influencerin
Ständige Präsenz, negative Kommentare: Als Influencerin erfolgreich zu sein, hat auch Schattenseiten. Charlotte Weise erzählt, welche das sind – und warum sie den Job dennoch nicht leichtfertig aufgeben würde.







